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20.11.2007 
Radio-Frequency-Identification-Etiketten

Funketiketten beschleunigen den Transport

von Julia Groth

RFID-Etiketten, so genannte Radio-Frequency-Identification-Etiketten, werden zur Barcode-Alternative. Immer mehr Unternehmen setzen auf die Funk-Etiketten, zumeist kommt die Technik in der hauseigenen Logistik zum Einsatz. Die neue Technologie ermöglicht das Speichern von zusätzlichen Informationen – sie spart Zeit, Mühe und Kosten.

KÖLN. Bei seinen Produkten setzt der Fleisch- und Wurstwarenhersteller Heinrich Nölke GmbH & Co. KG aus dem nordrhein-westfälischen Versmold auf Tradition: Der Mittelständler produziert Salami und Bratwurst. Beim Thema Logistik gibt sich das Unternehmen dagegen modern: Die mit Fleischprodukten beladenen Paletten sind statt mit Barcodes mit Radio-Frequency-Identification-Etiketten (RFID) ausgestattet. Indem Staplerfahrer die Tags elektronisch lesen, können sie auf einem Monitor sehen, zu welchem Verladetor und auf welchen LKW die Paletten gehören.

Der Computer erstellt eine automatische Ladeliste, die Tags bringt der Logistik-Dienstleister nach der Lieferung wieder zurück. „Das manuelle fehlerträchtige Führen von Ladelisten entfällt“, erklärt Norbert Schulze Zurmussen, IT-Leiter bei Nölke. Restlos begeistert ist er von der Technologie aber nicht. „RFID wird bestehende Identifikationssysteme wie Barcodes nicht gänzlich und nicht auf breiter Fläche verdrängen können“, sagt er. Die technischen Hürden in Logistik-Prozessen seien zu hoch. Viele Mittelständler bewerten die RFID-Technik ähnlich wie der IT-Chef des Wurstproduzenten. In langen Lieferketten, an denen viele verschiedene Personen und Unternehmen beteiligt sind, kommt Identifikation per Funk daher bisher selten zum Einsatz. Fehlende Standards, viele unterschiedliche Produkte und technische Probleme zögern den Durchbruch von RFID in der Logistik hinaus. Die Technologie hat aber trotz einiger Kinderkrankheiten viele Vorteile – und die nutzen auch Mittelständler, indem sie RFID in der hausinternen Logistik einsetzen.

Ein Plus der Funk-Etiketten: Man kann sie selbst dann lesen, wenn sie nicht sichtbar an einem Produkt oder Transportbehälter kleben – zum Beispiel an der Unterseite. Das System kann einen ganzen Berg RFID-gekennzeichneter Paletten per Schwarmerfassung erkennen, wenn man mit einem Lesegerät davor steht. Mitarbeiter müssen die Paletten also nicht erst mühsam umschichten. Zudem können RFID-Tags weit mehr Informationen speichern als Barcodes und ähnliche herkömmliche Datenspeicher: Seriennummer, Herkunft, Zielort, Verfallsdatum.

Das spart Zeit, Mühe und Kosten, denn so müssen Unternehmen die Informationen nicht separat schicken. „RFID-Etiketten werden den Barcode in wenigen Jahren überholt haben“, ist Michael ten Hompel überzeugt, RFID-Experte am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML). „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung.“

Größtenteils positive Erfahrungen mit der Funkidentifikation hat auch die Herding GmbH aus dem oberpfälzischen Amberg gemacht. Das Unternehmen stellt Filteranlagen und -elemente her und versieht diese seit Anfang 2005 mit RFID-Tags. Denn wenn ein Filter verschmutzt ist, schickt der Kunde ihn zu Herding. Dessen Mitarbeiter reinigen ihn und schicken ihn wieder zurück. „Das war früher mit viel Aufwand und Dreck verbunden“, erinnert sich Produktionsleiter Wolfgang Raabe. Denn damit jeder Kunde den richtigen Filter zurück bekam, mussten Mitarbeiter erst die Seriennummern auf den zum Teil stark verschmutzen Filtern freirubbeln und notieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ein überzogener Hype.

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