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24.04.2008 
Übernahmewelle

Gebäude-Dienste kaufen groß ein

von Andreas Menn

Der Trend zum Komplettdienstleister zwingt Facility Manager nicht nur zu überregionaler Präsenz, sondern auch zum inhaltlichen Ausbau ihres Angebots. Gebäude reinigen kann fast jeder - ihre komplizierte Technik zu betreuen oder etwa Mietzahlungen abzuwickeln, erfordert bereits mehr Fachkenntnis. Und die kauft man sich ein.

KÖLN. WISAG, laut Ranking des Marktforschers Lünendonk der zweitgrößte Facility Manager in Deutschland, machte vor einem Jahr den größten Zukauf seiner Geschichte: WISAG schluckte die ABB Gebäudetechnik. Zuvor hatte das Unternehmen schon die bayerische Albert Pfaffenzeller Gebäudereinigung übernommen, ebenso den Darmstädter Gebäudereiniger Meffert, die Thyssen-Krupp-Tochter Hiserv und Teile von Arnolds Sicherheit.

„Wir haben unser Portfolio in den vergangenen Jahren gezielt durch Akquisitionen erweitert“, sagt WISAG-Geschäftsführer Bernd Jacke. „Dabei verfolgen wir zwei Stoßrichtungen: Zum einen übernehmen wir Wettbewerber in unseren bestehenden Sparten, zum Beispiel regionale Gebäudereiniger. Zum anderen suchen wir neue Marktzugänge.“

Das Frankfurter Unternehmen steht mit seiner Akquisitions-Strategie nicht allein da. In den vergangenen Jahren häuften sich die Übernahmen: ISS Deutschland kaufte den Gebäudemanager Debeos, Voith Industrial Services übernahm den Industriedienstleister Hörmann, Zehnacker schluckte den Gebäude- und Anlagentechniker GA-Tec. „Viele Anbieter versuchen derzeit, ihre Service-Palette durch Übernahmen aufzubessern“, sagt Berater Michael Bruhns von Interconnection Consulting. „Der Grund: Immer mehr Kunden möchten Dienstleistungen möglichst aus einer Hand beziehen.“

Der Trend zum Komplettdienstleister zwingt die Anbieter nicht nur zu überregionaler Präsenz, sondern auch zum inhaltlichen Ausbau ihres Angebots. Gebäude reinigen kann fast jeder - ihre komplizierte Technik zu betreuen oder etwa Mietzahlungen abzuwickeln, erfordert bereits mehr Fachkenntnis. Und die kauft man sich ein. „Viele Anbieter suchen gezielt nach Übernahmekandidaten mit kaufmännischem und technischem Know-How, um ihren Kunden neue anspruchsvolle Dienstleistungen anbieten zu können“, beobachtet Jörg Hossenfelder, Geschäftsführer bei Lünendonk.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Baukonzerne drängen ins Facility-Management

Beispielhaft spiegelt sich diese Entwicklung in den Strategien der großen Baukonzerne. Seit einigen Jahren drängen sie mit großer Kraft ins Facility-Management-Geschäft, das bessere Renditen und zuverlässigere Aufträge verspricht als das zyklische Baugewerbe. Bilfinger Berger zum Beispiel holte sich 2005 mit der EPM Assetis GmbH kaufmännisches Know-How ins Haus und übernahm ein Jahr später die Oberhausener Ahr-Gruppe, die deutschlandweit rund 200 Krankenhäuser und Seniorenheime mit Facility-Management-Serviceleistungen versorgt.

Auch Hochtief drängte in den vergangenen Jahren mit Zukäufen in den Markt. Den größten Coup landete das Unternehmen vor vier Jahren mit der Übernahme der Siemens Gebäudemanagement und der Lufthansa Gebäudemanagement. Dank der Übernahmen konnte die Hochtief Facility Management GmbH ihren Umsatz in sechs Jahren fast verzehnfachen und gehört mit 592 Mill. Euro im Jahr 2007 zu den größten Anbietern im infrastrukturellen und technischen Gebäudemanagement.

„Wir schauen uns den Markt sehr genau an und nehmen aktiv am Konzentrationsprozess teil“, sagt Georg Kürfgen, Geschäftsführer der Hochtief Facility Management. „Dabei ist es uns sehr wichtig, dass eventuelle Akquisitionen unser spezialisiertes Portfolio sinnvoll ergänzen, etwa bei sehr anspruchsvollen technischen Facility-Management-Leistungen.“

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