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21.02.2007 
Spezielle Finanzierungskonzepte

Geld für Sonnenenergie

von Anja Steinbuch

Die Solarwirtschaft boomt, weltweit und besonders hier zu Lande. Mehr als zwei Milliarden Euro setzt die Branche jährlich in Deutschland um. Da es sich aber noch um eine sehr junge Industrie handelt, ist die Solarbranche eher fragmentiert. Die meisten Firmen konzentrieren sich auf ein Segment der Wertschöpfungskette. Das schlägt sich auch in der Finanzierungsart der Unternehmen nieder.

HAMBURG. Basis für den Erfolg der überwiegend mittelständischen Betriebe ist das „Erneuerbare-Energien-Gesetz" (EEG): Betreiber von Photovoltaik-Anlagen erhalten für die Einspeisung ihres Stroms in das Netz eines Versorgers eine festgelegte Vergütung, die deutlich über dem Marktpreis liegt, jedoch kontinuierlich abgesenkt wird.

„Da wir es hier mit einer sehr jungen Industrie zu tun haben, ist die Solarbranche eher fragmentiert“, sagt Torsten Hinsche, Commerzbank-Experte für „Erneuerbare Energien“. Die meisten Firmen hätten sich auf ein Segment der Wertschöpfungskette konzentriert.

Diese Besonderheit schlägt sich auch in der Finanzierungsart der Unternehmen nieder. „Auf dem Weg vom Quarzsand zur Photovoltaikanlage auf dem Haus liegen viele verschiedene Produktionsschritte. Diese müssen sehr unterschiedlich finanziert werden“, sagt Hinsche.

Am Anfang der Wertschöpfungskette wird Silizium hergestellt. Hier stehen wenige große Unternehmen, eine Reihe davon ist börsennotiert. In der nächsten Stufe werden die Siliziumblöcke oder -stäbe (Ingots) in Siliziumscheiben (Wafer) zersägt und in der übernächsten von wieder anderen Unternehmen zu Solarzellen verarbeitet.

Diese sind Bestandteile von Modulen, die von spezialisierten Produzenten gefertigt werden. Hier sind hauptsächlich mittelständische Unternehmen positioniert. Sie haben entweder den Gang auf das Börsenparkett gewagt oder sie finanzieren sich über Risikokapital-Gesellschaften. Am Ende der Wertschöpfungskette steht der Fachhändler.

Grund für die verschiedenen Finanzierungsarten sind die unterschiedlichen Kosten der Produktionsschritte: Um ein Megawatt Nennleistung (MWp) zu erzeugen, müssen Unternehmen am Anfang der Wertschöpfungskette am meisten investieren: Laut EuPD Research sind bis zu 1,3 Mill. Euro erforderlich für die Erzeugung eines MWp aus Silizium.

Wie man mit Sonnenenergie Geld verdient, weiß Franz Nieper vom Oldenburger Solarmodul-Produzenten Aleo Solar. Durch den Börsengang im Jahar 2006 erlöste der Betrieb 35 Mill. Euro. „Geld, das wir für den Ankauf von Siliziumzellen, für die Expansion in internationale Märkte und für den Einstieg in Zukunftstechnologien brauchen“, so der Investorenbetreuer. Mit rund 280 Mitarbeitern entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen Solarmodule und ist Systemanbieter für den weltweiten Photovoltaik-Markt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die große Nachfrage nach Silizium verändert deutlich die Struktur der Lieferverträge für Solarzellen.

Die große Nachfrage nach Silizium hat in den letzten Jahren zu höheren Preisen geführt und die Struktur der Lieferverträge für Solarzellen deutlich verändert. „Wer sich in dieser angespannten Versorgungssituation Zellen langfristig sichern wollte, musste akzeptieren, dass ein Lieferant schon bei Vertragsabschluss mehrere Millionen Euro forderte“, bestätigt Nieper.

Die jährliche Degression der EEG-Einspeisevergütung zwang die Modulhersteller bereits, die Preise für Solarmodule und -systeme zu senken. Dagegen halten die Lieferengpässe für Silizium als Ausgangsmaterial die Preise für Solarzellen hoch. Trotz dieses Spagats ist Nieper zuversichtlich: „Insbesondere in Südeuropa entwickelt sich der Markt gut.“ Seit Anfang Januar produziert Aleo Solar in Spanien und will die Exportquote stetig steigern.


Solarenergie

Anschub: Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen für die Stromeinspeisung eine attraktive Vergütung. Sie ist degressiv gestaltet, um schnell wettbewerbsfähige Preise zu bekommen.

Rendite: Die Gewinnmarge vor Steuern von Silizium-Produzenten lag laut EuPD Research im ersten Halbjahr 2006 bei durchschnittlich 30 Prozent. Hersteller von Ingots (Stäbe) und Wafern (Scheiben) erzielten 23,4 Prozent, Zellhersteller 12,4 Prozent.

Strategien: Noch ist die Abhängigkeit von Silizium groß. Doch viele Unternehmen sind bereits auf der Suche nach Alternativen. Eine könnten Dünnschicht-Solarmodule sein, die ohne das teure Silizium auskommen. Aleo Solar hat sich jetzt an einem Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen beteiligt.

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