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04.07.2008 
Deutsche Firmen in Asien hoch im Kurs

Investoren aus Asien auf Kauftour

von Sonia Shinde

Deutsche Firmen sind bei Unternehmen aus China und Indien begehrt. Die geringen Transaktionszahlen täuschen, da Ausländer, die schon deutsche Firmen besitzen, häufig über ihre Töchter akquirierten.

FRANKFURT. Als die Rohstoffpreise in die Höhe kletterten und die Konkurrenz härter wurde, stieg Siegfried Pilz aus. Sechs Euro für ein Kilo Edelstahl, damit konnte der Mittelständler aus der Nähe von Bremen im Wettbewerb nicht mehr bestehen.

Dabei kennt jeder die Produkte der Norddeutschen: Sie produzieren Rohre für Treppenhausgeländer, Balustraden für Balkone und die Bleche für Küchenzeilen und Abzugshauben. "Aber wir hatten keine Chance mehr gegen die Großkonzerne", sagt Verkaufsleiter Oliver Köster. Gesucht wurde: ein Investor. Gefunden hat ihn Wei Wang, China-Experte der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte. Seit vier Jahren bringt der chinesischstämmige Berater Investoren aus dem Reich der Mitte und deutsche Mittelständler zusammen. In Bremen bekam Minmetals im September den Zuschlag, Chinas größter Stahlhändler.

Kein Einzelfall: Immer mehr deutsche Mittelständler werden von Ausländern vornehmlich aus Indien und China aufgekauft. "Wir hatten bisher eine Handvoll Mandate", sagt Markus Loy, Chef der WGZ Corporate Finance-Beratung, "aber die Nachfrage wächst rasant".

Die geringen Transaktionszahlen täuschten, da Ausländer, die schon deutsche Firmen besitzen, häufig über ihre Töchter akquirierten. Aber nicht nur chinesische, auch indische Investoren wollen deutsche Mittelständler kaufen - und inzwischen auch solche aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch während die Asiaten vor allem den Technologietransfer schätzen und neue Vertriebskanäle suchen, sind die Deals für die Investoren aus dem Nahen Osten eher strategischer Natur.

"Die Chinesen interessiert die Marke Made in Germany, das hat einen hohen Stellenwert in China", sagt Wei Wang. Vor allem der deutsche Maschinenbau hat es den Investoren aus dem Reich der Mitte angetan, aber auch erneuerbare Energien aus Sonne und Wind sowie Bahntechnik sind begehrt. "In China boomt der Maschinenbau derart, dass die Nachfrage sich über Importe aus Deutschland allein nicht mehr befriedigen lässt", so Wang.

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