„Neben der Qualität der Serviceleistungen spielen Größe und internationale Kompetenz eine zunehmende Rolle bei der Auswahl des Leasingpartners“, sagt Karl-Heinz Kral, Leiter der BMW-Leasingtochter Alphabet. „Die rein national ausgerichteten Anbieter verlieren ihre Bedeutung im Markt.“ Die Leasingnehmer wünschen sich ein europaweit einheitliches Angebot, darum expandieren die Anbieter nach Kräften. Alphabet verleast heute 280 000 Fahrzeuge in 15 Ländern. „Hinsichtlich der Betreuung internationaler Kunden sehen wir für uns großes Potential, noch deutliche Marktanteile zu gewinnen“, sagt Alphabet-Chef Kral.
Doch während die Umsatzvolumina wachsen, sinken die Margen im Geschäft mit der Flottenfinanzierung. Neben dem harten Wettbewerb liegt die zweite wichtige Ursache im Preisverfall auf dem Gebrauchtwagenmarkt. „Der Markt ist mit Gebrauchtwagen in der Spanne von 10 000 bis 15 000 Euro überflutet“, klagt ALD-Geschäftsführer Karsten Rösel. „Gleichzeitig pumpen die Hersteller eine Unmenge von neuen Modellen in den Markt – da sehen frische Modelle relativ schnell alt aus.“ Die Folge: Die Leasinggeber müssen mit ständig sinkenden Restwerten rechnen, während ihre Kunden günstigere Leasingraten wünschen.
Jetzt umwerben die Flottenanbieter verstärkt kleine Firmen, die bisher noch nicht über ein Service-Leasing nachgedacht haben. „Wir sehen einen großen Beratungsbedarf bei Mittelständlern“, sagt Harald Schneefuß, Geschäftsführer der Daimler Fleet Management. „Viele möchten von uns wissen, wie andere Flotten in ihrer Größe aufgestellt sind und wie sie ihr Flottenmanagement verbessern können.“ Im vergangenen Jahr erweiterte die Daimler Fleet Management ihr Angebot um ein Paket, das sich speziell an kleinere und mittlere Fuhrparks von 10 bis 30 Fahrzeugen richtet. „Kleine und mittelständische Unternehmen sind für uns zu einem wichtigen Kundensegment geworden“, sagt Schneefuß.



