Ein Trend in der Intralogistik ist auch die Sprachkommissionierung. Dabei trägt der Kommissionierer einen Kopfhörer und kommuniziert mittels Sprache mit dem Lagerverwaltungssystem. „Der Mitarbeiter hat dann die Hände frei“, erläutert Albrecht. Das hessische Datenfunk-Unternehmen Xnet Systems GmbH verspricht für die Sprachkommissionierung gar Produktivitätssteigerungen bis zu fünfzig Prozent.
Auch abseits des Personalmanagements sehen Unternehmen Wege, ihre Intralogistik effizienter zu gestalten. So arbeiten viele von ihnen daran, mehrere Lagerstandorte zu einem einzigen zusammenzufassen. Diese Rationalisierung soll nicht nur Geld sparen, sondern auch für mehr Sicherheit für die Lagerbestände sorgen. Außerdem verlangen sie nach immer flexibleren Verwaltungssystemen, die neue Prozesse ohne Schwierigkeiten integrieren können. Logistik-IT-Anbieter wie PSI Logistics müssen daher stetig neue, flexiblere Angebote entwickeln. „Wir müssen immer die Technologie zur Verfügung haben, die gerade Stand der Technik ist“, sagt Albrecht.
Doch die neueste Technik allein nützt nicht immer etwas. Es kommt darauf an, sie richtig einzusetzen. „Man braucht keine bestimmte Maschine, sondern einen optimierten Innovationsplan“, mahnt Günther Pawellek, Professor für technische Logistik an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. „Bevor man Geld investiert, muss man erst Gehirnschmalz investieren.“ Das heißt für Unternehmen: Herausfinden, was die Kunden wollen, wo es in der Intralogistik hakt und wo sich die Effizienz steigern lässt.
Wenn das geklärt ist, rät Pawellek, sollte man die Struktur der Intralogistik optimieren. Stehen Maschinen, die in der Produktion eng zusammenarbeiten, womöglich in verschiedenen Hallen und sorgen so für längere Transportzeiten als nötig? Dann kann man sie, um Zeit und Arbeit zu sparen, in einer Halle versammeln. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, ist es sinnvoll, in die Systemtechnik zu investieren und zu überlegen, ob man neue Lager- oder Steuerungssysteme benötigt.
Wenn es an die konkrete Planung neuer Systeme geht, können Simulationen für mehr Planungs- und Investitionssicherheit sorgen – vor allem, wenn es um die Intralogistik in großen Distributionszentren geht. Damit kann ein Unternehmer sehen, ob ein geplanter Umbau oder ein neues Lagersystem tatsächlich die erhoffte Effizienzsteigerung bringt. So könnten sich letztendlich nicht in erster Linie die Anbieter von Logistik-Lösungen als wahre Effizienzsteigerer erweisen, sondern die Forscher, die deren Kunden sagen, welches Produkt denn das sinnvollste für sie ist.
