Den Instituten mit Sitz in New York war das Geschäft dagegen bisher zu kleinteilig. „Einige Banken haben versucht, Produkte zu bauen, aber es ist nur selten eine Platzierung herausgekommen“, sagt ein Investmentbanker. In den Mittelstand zu gehen, sei komplizierter als die Finanzierung von Großunternehmen: Es ist schwer, das Ausfallrisikos abzuschätzen, die Unternehmen sind den Umgang mit Großinvestoren nicht gewöhnt und im Krisenfall schwer umzusteuern.
Die weltweit agierende Investmentbank Merrill Lynch hat das Problem des Zugriffs auf kleine Unternehmen gelöst, indem sie sich mit einem deutschen Partner verzahnt hat. „Wir arbeiten mit der Beratungsfirma Advisum zusammen. Deren Experten machen die Due-Diligence vor Ort und sind die ersten Ansprechpartner für die Kunden“, sagt Ulrich Dunkelberg, der das Mezzanine-Programm für Merril Lynch von London und Frankfurt aus verwaltet.
Eines der wenigen vergleichbaren Engagements unterhält über ihre deutsche Tochter HSBC Trinkaus die britische HSBC, die drittgrößte Bankengruppe der Welt. In das Programm „H.e.a.t.“ kommen sogar schon Firmen mit nur 15 Mill. Euro Umsatz. JP Morgan strukturiert für ein Programm der HVB das Portfolio; zugelassen sind aber nur größere Mittelständler.
Alle diese Mezzanine-Programme sind als „Collateralized Debt Obligations“ organisiert: Die Forderungen an sehr verschiedene Unternehmen laufen in einer Zweckgesellschaft zusammen, die sie zusammengefasst für die Endinvestoren verbrieft.
Kapital für die Kleinen
Das Problem: Nach der New Economy und im Vorfeld verschärfter Eigenkapitalrichtlinien (Basel II) waren die Banken knauserig mit Krediten – auch gegenüber gut geführten Unternehmen.
Die Lösung: Neben anderen Finanzierungsmöglichkeiten können Firmen über nachrangiges Kapital an Geld kommen. Wenn es mindestens für sieben Jahre vergeben wird, wenn die Kapitalgeber an Verlusten beteiligt sind und wenn die Zinsen vom Gewinn abhängen, dann können die Mittelständler es sogar wie Eigenkapital in die Bilanz aufnehmen.
