Um die reißen sich die Veranstalter, weil ein internationaler Mix mehr Verkaufsabschlüsse verspricht und die Messen attraktiver macht. „Wir haben uns vorgenommen, im Jahr 2014 mit ausländischen Kunden 40 Prozent des Umsatzes zu erreichen“, sagt der Leipziger Messechef Wolfgang Marzin. „Im Moment sind es zwölf Prozent.“
Im nächsten Jahr soll die Leipziger Computerspielemesse „Games Convention“ einen Ableger in Singapur bekommen, in einer der dynamischsten Regionen der Spielebranche. Die Tochtermesse wird nur ein Zehntel der Größe des Originals erreichen. Viel mehr Aussteller dürften es auch langfristig nicht werden, denn Leipzig soll der zentrale Magnet bleiben. „Schon jetzt ist die Games Convention in Europa führend. Wir möchten, dass sie zum weltweiten Branchentreffpunkt wird, an dem nichts vorbeiführt“, gibt sich Marzin selbstbewusst. Darum bleiben Name, Logo und bewährte Programmbestandteile auch in Singapur erhalten. Der Wiedererkennungseffekt zählt.
Auch die Nürnberger Messe will ihre heimischen Marken im Ausland bekannter machen. Schon 1999 ist der Veranstalter mit seiner Tochter Nürnberg Global Fairs ins internationale Geschäft eingestiegen. „Der Wettbewerb im Auslandsgeschäft hat zugenommen“, sagt Messe-Geschäftsführer Bernd Diederichs. „Umso mehr wollen wir weitere Tochterboote im Ausland zu Wasser lassen. Die Strategie hat keine Alternative, denn Europa ist ein weitgehend gesättigter Messemarkt.“
Nürnberg ist dieses Jahr mit einem Plus von 30 Prozent nach eigenen Angaben der am schnellsten wachsende Messeplatz in Europa. Das ehrgeizige Ziel für 2010 liegt bei 150 Mill. Euro Umsatz pro Jahr. Zehn Prozent davon sollen aus dem Auslandsgeschäft in die Kasse fließen. „Unsere Auslandstätigkeit hat nachweislich mehr Aussteller und Besucher nach Nürnberg geholt“, freut sich Herta Krausmann, Geschäftsführerin von Nürnberg Global Fairs. „Wir vermitteln Sicherheit und Qualität, auch durch unsere Fachveranstaltungen und Konferenzen.“ Schon seit mehreren Jahren veranstaltet die Nürnberger Messe ihr Aushängeschild „Bio Fach“ in Lateinamerika, den USA und Japan. „Damit ist die Bio Fach in der Branche weltweit führend“, sagt Herta Krausmann.
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