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21.01.2008 
Software-Markt

Microsoft greift im Mittelstand an

von Jens Koenen

Microsoft geht im Software-Markt für Kleinstfirmen zum Angriff über. Mit dem neuen Programm „Entrepreneur“, das ab heute verkauft wird, will das Unternehmen zum Standard im unteren Mittelstand werden. Mit der neuen Software möchte der Firmenriese sein Image aufpolieren – und fordert Konkurrenten wie Sage, Lexware und Datev heraus.

FRANKFURT. „Bisher gibt es hier vor allem Nischenlösungen. Was wir erreichen wollen, ist ein Paradigmenwechsel“, sagte Robert Helgerth, Mitglied der Geschäftsführung der Microsoft Deutschland GmbH, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Allerdings zielt die neue Initiative nicht nur auf die Ablösung von Nischenanbietern. Mit „Entrepreneur“ fordert Microsoft auch die Anbieter Sage und Lexware heraus. Beide bieten eigene Programme für Kleinunternehmen und haben sich einen festen Kundenstamm aufgebaut. Die Herausgeforderten halten sich mit Aussagen zum Microsoft-Vorstoß zurück. Man kommentiere solche Ankündigungen von Wettbewerbern grundsätzlich nicht, sagte ein Sprecher von Sage.

Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich rund 30 000 Firmen für den Einsatz solcher Kleinstfirmen-Software in Frage kommen. Davon möchte sich Microsoft rund ein Drittel schnappen. „Nicht gleich im ersten Jahr, aber so im Jahr zwei oder drei wollen wir rund 10 000 Lizenzen pro Jahr verkaufen. Wir reden hier von einem Volumengeschäft“, sagte Helgerth.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, setzt der Microsoft-Manager auf ein zweistufiges Vertriebsmodell. Ein großer Distributor, in der Microsoft-Sprache „Value Added Distributor“ oder VAD genannt, verkauft die Software-Lizenzen an die kleineren Vertriebspartner und versorgt diese mit Schulungen, Informations- und Marketingmaterial sowie anderen Dienstleistungen.

Einen ersten solchen Distributor gibt es bereits. Microsoft hat Actebis Peacock dafür gewonnen. Der aufstrebende und bundesweit agierende IT-Händler gehört derzeit der Beteiligungsgesellschaft Arques und soll nach jüngsten Plänen des Finanzinvestors noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden. Über Actebis Peacock erreicht Microsoft rund 2 100 Partner.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die richtige Sprache finden.

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