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22.09.2008 
Unternehmensgesellschaft

Mini-GmbH mit Schönheitsfehlern

von Wilhelm Haarmann

Die neue Unternehmensgesellschaft (UG) hat aber zwei entscheidende Schönheitsfehler. Zum einen führt die UG in gewisser Weise zur Stigmatisierung, denn diejenigen, die diese Bezeichnung nutzen, haben augenscheinlich nicht das Geld, sich eine „richtige“ GmbH zu leisten. Die UG wird daher in der Regel kaum als kreditwürdig angesehen werden.

FRANKFURT. Das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) bedeutet aus juristischer Sicht erhebliche Umwälzungen. Um nur die wesentlichsten Veränderungen zu nennen: Das Gründungsverfahren wird vereinfacht, und es gibt veränderte Regeln zur Kapitalaufbringung und -erhaltung. Weiterhin können Anteile gutgläubig erworben, genehmigtes Kapital geschaffen sowie der Verwaltungssitz ins Ausland verlegt werden. Grundsätzlich sind diese Veränderungen zu begrüßen. Außerdem wird die Form der Unternehmergesellschaft (UG) geschaffen, die nicht das Mindeststammkapital von 25 000 Euro ausweisen muss. Ein Viertel des Jahresüberschusses der UG muss regelmäßig einer Rücklage zugeführt werden, soweit keine Verrechnung mit Verlusten erfolgt. Das heißt: Dann kann kein Gewinn ausgeschüttet werden.

Einen Gründungsboom von Unternehmen wird es auf Grund der UG und ihrer neuen Möglichkeiten voraussichtlich nicht geben. Die Entscheidung für eine Rechtsform wird in erster Linie nach steuerlichen Gesichtspunkten getroffen. Bei Kleinunternehmen ist die GmbH, auch in der Form der UG, häufig deshalb nicht attraktiv, weil die GmbH eine ganz saubere Trennung von Vermögen und Einkommen der Kapitalgesellschaft und der natürlichen Person des Gesellschafters verlangt. Findet eine derartige saubere Trennung nicht statt, können erhebliche steuerliche Risiken entstehen, die Kleinunternehmer häufig nicht tragen wollen.

Die neue UG will vor allem der britischen Limited das Wasser abgraben, hat aber zwei entscheidende Schönheitsfehler. Zum einen führt die UG in gewisser Weise zur Stigmatisierung, denn diejenigen, die diese Bezeichnung nutzen, haben augenscheinlich nicht das Geld, sich eine „richtige“ GmbH zu leisten. Die UG wird daher in der Regel kaum als kreditwürdig angesehen werden. Zweitens besteht der bereits erwähnte Zwang zum Ansparen, der für Unternehmer-Gesellschafter, die Gewinne zu ihrer Lebensführung brauchen, kaum akzeptabel sein wird.

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