Am Beispiel eines Fabrikkaufs in den USA zeigt der Geschäftsführer das Zusammenspiel der Banken auf. Rund 50 Prozent der Investition finanziert die US-Bank, die mit der Immobilie und den Grundbuchangelegenheiten vertraut ist. Weil der deutsche Unternehmer in den USA als Gründer behandelt wird, steuert der Bundesstaat 20 Prozent des Finanzierungsvolumens als Fördermittel bei. Die restlichen 30 Prozent legt die Sparkasse als Betriebsmittelkredit heraus. Weil die Sparkassen ihre Mittelständler und Handwerksbetriebe meist sehr gut kennen, wird die Bonität des Unternehmers praktisch in die Staaten transferiert. Die Kosten für die Dienstleistungen des Countrydesks seien dabei eher gering. "Wir nehmen symbolische Preise. In erster Linie geht es darum, das Unternehmen nicht als Kunde zu verlieren, wenn es über die Grenze geht", erläutert Bach.
Das Countrydesk gibt es bundesweit mit einer eigenen Gesellschaft erst seit dem Jahr 2003. Eingebunden in das weltweite Netzwerk sind neben den Partnern in den jeweiligen Ländern auch die deutschen Landesbanken mit ihren "German Centers", die Deutsche Leasing und ihre Auslandstöchter sowie die Deutsche Factoring Bank.
Laut Countrydesk-Geschäftsführer Bach hat die Nachfrage in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Im Fokus der deutschen Unternehmer stünden vor allem Osteuropa und die USA. Spezielle Branchenschwerpunkte gebe es nicht. Countrydesk habe schon große Freizeitparkbetreiber, aber auch einen Installationsbetrieb mit nur zwölf Beschäftigten beim Gang ins Ausland begleitet.
Globaler Ansatz
Landesbanken
Die noch sieben selbstständigen Landesbanken bieten über ihre "German Centers" den großen Mittelständlern ihre Hilfe in Finanzierungs- und Beratungsfragen an. Das Netz an Auslandsstützpunkten der Landesbanken in Stuttgart und München wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.
Deutsche Leasing
Die Sparkassen haben das Leasinggeschäft gebündelt. Die Deutsche Leasing verfügt heute über ein engmaschiges Netz aus inzwischen 16 Auslandstöchtern und -niederlassungen, zuletzt wurde mit Chicago auch der US-Markt erschlossen. Der Auslandsanteil am Mobilien Geschäft lag im Geschäftsjahr 2006/2007 bei 17 Prozent - mit stark steigender Tendenz.



