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06.06.2007 
Interview mit BDI-Mittelstandschef

Mittelständler begreifen Klimaschutz als Chance

von Die Fragen stellte Klaus Stratmann

Mit dem Schutz des Klimas lässt sich Geld verdienen. Warum sich vor allem für deutsche Mittelständler ein lukratives Geschäftsfeld auftut, verrät Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, im Gespräch mit dem Handelsblatt. In der Politik, so sagt er, müsse sich aber einiges ändern.

Gerade unter den Windrad-Bauern gibt es viele deutsche Namen. Foto: dpaLupe

Gerade unter den Windrad-Bauern gibt es viele deutsche Namen. Foto: dpa

Handelsblatt: Begreifen Sie das Thema Klimawandel als Chance oder als Belastung?

Kirchhoff: Deutsche Unternehmen haben auf vielen Gebieten einen unglaublichen technologischen Vorsprung – das gilt auch und gerade für den Bereich der Umwelttechnik. Das sichert uns Exporterfolge. Insofern birgt das Thema Klimawandel für die deutsche Wirtschaft eine Menge Chancen.

Sehen Sie diese Chance eher bei Großunternehmen oder eher beim Mittelstand?

Deutsche Unternehmen haben Produkte und Verfahren entwickelt, die zur Weltspitze zählen. Die Großen haben in dieser Hinsicht viel zu bieten, aber gerade die kleine, intelligente Ingenieurslösung ist eine Stärke des Mittelstandes.

Was kann die Politik tun, um die gute Ausgangsbasis zu stärken?

Es muss auf Bundesebene ein abgestimmtes Vorgehen geben. Es befassen sich ja ganz unterschiedliche Ministerien mit dem Thema Klimaschutz. Das geht vom Umweltressort über das Entwicklungshilferessort bis hin zum Finanzministerium. Die Politik muss unter den Häusern besser abgestimmt werden. Das gilt auch für die Brüsseler EU-Kommission. Anderenfalls kommt es zu widersprüchlichen Lösungen, die für die Wirtschaft zu einer Belastung werden können.

Wie stehen Sie zur deutschen Vorreiterrolle beim Klimaschutz?

Klimaschutz ist ein weltweites Thema. Wir machen einen Fehler, wenn wir uns auf nationalstaatlicher Ebene vom Rest der Welt abkoppeln. Es hilft nicht, wenn wir allein in Deutschland unsere hoch gesteckten Klimaschutzziele erreichen. Das bringt im weltweiten Maßstab so gut wie gar nichts ein.

Glauben Sie, dass solche Staaten, die dem Thema Klimaschutz bislang zurückhaltend gegenüber stehen, davon überzeugt werden können, ihr Engagement zu verstärken?

Ja, da bin ich optimistisch. Ich stelle beispielsweise in den USA deutliche Veränderungen fest. Ohne Frage können die Amerikaner viel tun. Ich habe zum Beispiel wenig Verständnis dafür, dass in den USA nach wie vor Autos mit einem Spritverbrauch von 25 Litern je 100 Kilometer an der Tagesordnung sind.

Wie kann die Politik hierzulande das Thema Klimaschutz auf eine breitere Basis stellen?

Die Politik muss die Gesellschaft mitnehmen. Das Thema Klimawandel trifft jeden einzelnen Haushalt, jeden Verbraucher. Den Menschen muss deutlich werden, dass es um eine konkrete Herausforderung für jeden einzelnen geht.

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