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13.06.2005 
Umfrage

Mittelstand drängt mit Produktion ins Ausland

Etwa jedes vierte mittelständische Unternehmen erwägt einer BDI-Umfrage zufolge, Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern. Grund: Die schlechten Rahmenbedingungen in Deutschland.

Das Werk des deutschen Baustoff-Herstellers Knauf Gips KG im russischen Krasnogorsk: Immer mehr Mittelständler produzieren im Ausland. Foto: dpaLupe

Das Werk des deutschen Baustoff-Herstellers Knauf Gips KG im russischen Krasnogorsk: Immer mehr Mittelständler produzieren im Ausland. Foto: dpa

HB BERLIN. Das erklärte der Vorstandssprecher der IKB Deutsche Industriebank AG, Stefan Ortseifen, in einem Statement zu dem am Montag in Berlin veröffentlichten BDI-Mittelstandspanel. Zwar löse diese Entwicklung in der Öffentlichkeit häufig Unbehagen aus, Deutschland lebe aber von der internationalen Arbeitsteilung. Insofern ist es völlig unberechtigt, das Auslandsengagement der Unternehmen in ein schiefes Licht zu rücken“, erklärte er.

Nach den Erfahrungen erweise sich ein gezielter Ausbau der Auslandsaktivitäten meist als Erfolgsstrategie. Laut der Umfrage unter mehr als 2.500 mittelständischen Unternehmen hätten gerade die größeren, international besonders aktiven Mittelständler zuletzt „signifikant weniger häufig Stellen abgebaut als kleinere Unternehmen“. Im Schnitt konnten diese größeren Unternehmen ihre Beschäftigung sogar um fast 5% ausbauen. Ortseifen unterstrich, von einer „Flucht“ ins Ausland könne keine Rede sein, es bedürfe aber mancher Kraftakte, um weiterhin Investitionen auch in Deutschland zu realisieren. Eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung werde daher immer dringender.

Der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschussses Arndt G. Kirchhoff erklärte in seinem Statement, zwar gehe es den befragten Unternehmen nach eigenen Angaben wirtschaftlich wieder etwas besser, dennoch gäben sie ein “vernichtendes Urteil über die Rahmenbedingungen“ ab. Dies sei ein klarer Aufruf, dass der mit der Agenda 2010 begonnene Reformprozess „deutlicher und für die Unternehmen spürbarer“ vorangetrieben werden müsse.

Den Unternehmen komme es auf klare und verlässliche Rahmenbedingungen an. Diese sollten in ein ordnungspolitisches Gesamtkonzept eingebettet sein, das den Marktgedanken in den Mittelpunkt rücke, forderte Kirchhoff. Zudem verlangte er einen Verzicht auf kleinteilige Spezialförderung und stattdessen breitenwirksame, auf den Mittelstand fokussierte Maßnahmen ohne Bürokratiehürden sowie eine Ausrichtung an dem Kriterium der Zukunftsfähigkeit.

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