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09.05.2006 

Die Branche hofft eher auf vermögende Finanzinvestoren und klassische Energieversorger. Die zögern aber. Abhilfe gegen die Windkraft-Flaute auf See soll eine „Offshore-Stiftung“ schaffen. Darin haben sich die Unternehmen mit Verbänden, Stromkonzernen, Banken und Versicherungen zusammengetan.

Gemeinsam will man ein Testfeld 45 Kilometer vor der Insel Borkum bauen. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit fünf Millionen Euro. Die drei Windrad-Hersteller Enercon, Multibrid und Repower sollen dort ab 2007 ihre neuesten Maschinen testen. Geld werden sie damit kaum verdienen, aber wertvolle Erfahrungen sammeln.

Zur Finanzierung solcher Projekte fordert die Branche einen Obolus vom Stromkunden: „Wir brauchen eine höhere Vergütung, damit es auch Offshore einen Boom gibt“, sagt Projektentwickler Helmuth Brümmer von der Firma Enova. Derzeit sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für Anlagen auf hoher See 9,1 Cent pro Kilowattstunde vor.

Allerdings nur, wenn sich die Rotoren spätestens Ende 2010 drehen. Experten vermuten, dass das Bundesumweltministerium diese Frist noch einmal verlängert, wenn die Fachgremien das EEG im kommenden Jahr überarbeiten. Zur Höhe der Vergütung könne man derzeit aber noch nichts sagen, erklärt ein Ministeriumssprecher.

Zumal sich die Windkraft-Branche gar nicht einig darüber ist, ob mehr Geld eine Hilfe wäre. Projektentwickler Claes hält Bundesbürgschaften für den Windpark-Bau für sinnvoller: „Wenn die Vergütung steigt, haben die Hersteller keinen Grund, die Preise für die Anlagen zu senken.“ Die Hersteller brauchen das Offshore-Geschäft in Nord- und Ostsee zur Zeit nicht unbedingt. Für die nächsten ein bis zwei Jahre sind die Auftragsbücher ohnehin prall gefüllt, weil Länder wie Großbritannien oder die USA in großem Stil Windräder an Land aufstellen. Und auch die großen Offshore-Anlagen werden die knapp 600 Repower-Mitarbeiter nötigenfalls fürs Ausland bauen.

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