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05.04.2008 
Finanzmarktkrise

Studie: deutscher Mittelstand in Sorge

Eigentlich steht es um den deutschen Mittelstand erstaunlich gut: Volle Auftragsbücher, steigende Beschäftigtenzahlen und eine erstaunliche Robustheit gegenüber der Kreditkrise in den USA dominieren zurzeit das Bild. Trotzdem werden die Unternehmer pessimistischer. Was sie bedrückt, verraten sie in einer aktuellen Mittelstandsstudie.

Obwohl der deutsche Mittelstand bisher nicht viel von der Finanzmarktkrise zu merken scheint, sorgen sich die Unternehmer. Foto: dpaLupe

Obwohl der deutsche Mittelstand bisher nicht viel von der Finanzmarktkrise zu merken scheint, sorgen sich die Unternehmer. Foto: dpa

HB HAMBURG. Das Ausmaß der Finanzmarktkrise treibt inzwischen auch deutschen Mittelständlern Sorgenfalten auf die Stirn. Auch wegen des starken Euro werden die Firmen zunehmend skeptischer, wenn sie ihre Zukunftsaussichten beurteilen. Das ergab eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Die Krise trifft den Mittelstand, wenn zum Beispiel weniger Kredite vergeben werden. Ihre aktuelle Lage beurteilten die meisten Unternehmen aber als gut, auch zeigten sie sich mit dem viel gescholtenen Standort Deutschland zufrieden. Die Bereitschaft, Investitionen zu erhöhen, ist laut der Umfrage gesunken. Nur bei der Beschäftigung zeigte sich ein positives Bild. Für die Studie wurden 3 000 Mittelständler befragt.

Im Vergleich zur Vorjahresbefragung erwarteten nur noch halb so viele Firmen - knapp ein Drittel - eine bessere Geschäftsentwicklung für das laufende Jahr. Die Mehrheit (55 Prozent) ging davon aus, dass sich die Geschäftslage nicht ändert. Die Zahl der Pessimisten, die von einer Verschlechterung der Lage ausgehen, nahm im Vergleich zum Vorjahr von 12 auf 14 Prozent zu. Sollte die US-Wirtschaft in eine Rezession rutschen, könnte das der Studie zufolge nicht durch das Geschäft mit Ländern wie China, Indien und Russland ausgeglichen werden. Die Auswirkungen für Deutschland hielten sich bislang aber in Grenzen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Investitionen. Während die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, im vergangenen Jahr bei 41 Prozent lag, ging sie dieses Jahr auf 32 Prozent zurück. Doch will nur eine Minderheit von 13 (Vorjahr: 15) Prozent die Investitionen verringern.

Gute Aussichten gibt es für den Arbeitsmarkt. Der Umfrage zufolge wollen zwar nur noch 29 (Vorjahr: 35) Prozent die Mitarbeiterzahl steigern - doch ist der Prozentsatz derjenigen, die Stellen abbauen wollen, binnen Jahresfrist von 25 auf 15 Prozent gesunken. Es sei auch festzustellen, „dass sich auf Seiten der Betriebe allmählich ein Perspektivwechsel hin zu älteren Arbeitnehmern und eine längst überfällige Abkehr von verfehlten Frühverrentungs-Strategien (...) durchsetzt“, heißt es in der Studie.

Mit der Bildungspolitik in ihrem Bundesland waren Mittelständler oft unzufrieden. Durchschnittlich nur 60 Prozent bezeichneten sie als gut oder sehr gut. Am besten schnitten Bayern und Baden-Württemberg ab. Nordrhein-Westfalen rutschte innerhalb eines Jahres von Rang eins auf den elften Platz ab. Ansonsten sieht sich der Mittelstand laut der Studie vor allem durch die Bürokratie in Deutschland belastet.

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