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21.09.2005 

Hinzu kommen laut BMWA ein geringerer Bestand an Eigenkapital, denn Frauen verdienen meist weniger als Männer und können deshalb weniger sparen. Ein Handicap sind zudem die Unterbrechungen in der Erwerbstätigkeit durch die Kindererziehung. Martin Lindner, Berater, Mediator und Inhaber der System Consult Lindner & Partner aus Bremen, verweist auf die restriktiven familiären Zwänge, die Frauen immer wieder bremsen. Sei es der Widerstand des Ehemannes oder die Verantwortung für die Familie, die letztlich an den Frauen hängen bleibe.

Gleichwohl hat sich die Offensive „pro mittelstand“ des BMWA gerade die Förderung weiblicher Neugründer zum Ziel gesetzt: „Die gezielte Unterstützung von Gründerinnen stärkt das wirtschaftliche Wachstum eines Landes“, so die Begründung. Denn mehr Neugründungen bedeuteten mehr Wachstum und Beschäftigung. Mit 3,1 Mill. Euro fördern das BMWA und der Europäische Sozialfonds zusammen mit anderen Ministerien die im Frühjahr gegründete „Agentur für Gründerinnen“, die Frauen berät und betreut (01805 / 22 90 22).

Auch das Wirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich zusammen mit der EU und anderen Organisationen die Unterstützung des „Unternehmerinnentums“ auf die Fahnen geschrieben. Allein in NRW gibt es rund 400 000 Unternehmerinnen und Managerinnen. So richtete NRW im April zum neunten Mal den „Unternehmerinnen-Tag“ aus. 725 Teilnehmerinnen kamen. Unternehmerinnen und solche die es werden wollen, können auf diesem „Forum von Gleichgesinnten“ viel lernen, wie etwa die Chefin der Scharniere-Fabrik Emil Kaltenbach in Ennepetal, Annette Kaltenbach, meint. Sie gab ihre Erfahrungen als Unternehmensnachfolgerin weiter.Insbesondere beim Thema Führung sind Frauen offen für Innovationen. „Es sind oft die Frauen, die neue Wege in der Führung gehen“, betont die RevierA GmbH, Essen, Mitorganisatorin des Unternehmerinnentages.

Um Frauen stärker an das Thema Selbstständigkeit heranzuführen, muss in der Öffentlichkeit ein „Unternehmerinnenbild“ kommuniziert werden, mahnt das Mittelstandsinstitut, nachdem es herausfand, „dass ein positives Unternehmerbild stark motivierend wirkt“. Deshalb ist aus Sicht der Autoren Kay, Kranzusch und Werner ein „deutlicher Einstellungswandel in der Gesellschaft notwendig“. Insbesondere Medien und Bildungssysteme seien in der Pflicht: „Es muss in die Köpfe der Menschen, dass auch Frauen Unternehmen führen können“, so Kranzusch. Das Unternehmerbild müsse mehr durch weibliche Eigenschaften besetzt werden. „Wir brauchen Leitbilder durch weibliche Repräsentanten, damit bei Jugendlichen Vorbildwirkung und Identifiaktion entstehen“, fordert er mehr Berichte über erfolgreiche Unternehmerinnen. Auch das Bildungssystem sollte „ein modernes, geschlechtlich ausgewogenes Selbstständigenbild an Jugendliche“ vermitteln: „Der Sozialisation dieses Leitbildes in der Jugendphase kommt eine grundlegende Bedeutung zu“, so das IfM.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Wichtige Unterschiede.

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