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28.04.2008 

Auf der anderen Seite, beim 1 000-Mitarbeiter-Unternehmen Atlanta, tobte der Papierkrieg noch unerbittlicher: Um den Warenverkehr zu organisieren, quollen hier jährlich 30 000 Order aus dem Faxgerät, die emsig von den Mitarbeitern bearbeitet wurden, die alle Angaben ins Buchhaltungssystem tippten. Mittlerweile übernimmt diesen Job ein elektronisches Formular, das Aufträge erfasst und verarbeitet. Die Kommunikation zwischen den Firmen läuft verschlüsselt. Über das System lässt sich auch gleich abrechnen: „Wir werden alle Papierrechnungen sukzessive durch elektronische Dokumente ersetzen“, sagt Tilo Bolduan, IT-Manager bei Atlanta.

„Wer seine internen Firmen-Netze derart unmittelbar verbindet, verhindert Reibungsverluste und spart Prozesskosten, allein schon weil Ausdrucke, Faxe, Postversand und die Erfassung im Lieferantensystem entfallen“, sagt Schade. Nebenbei würden Aufträge deutlich schneller abgewickelt. Gerade in der Produktion sei die Vernetzung zwischen Kunde und Lieferant von Vorteil: Ob Ware verfügbar ist, lässt sich sofort prüfen und gegebenenfalls entscheiden, ob ein Ersatzprodukt zu liefern oder ein anderer Lieferant zu beauftragen ist. Schließlich geht es beim E-Procurement letztlich darum, den Umsatz zu steigern. „Weil standardisierte Daten und automatisierte Einkaufsprozesse die Planungssicherheit erhöhen, verbessert die elektronische Abwicklung Lieferanten- und Kundenbeziehungen“, sagt Schade.

Das weiß auch der Sportgeräte-Hersteller Hudora GmbH aus Remscheid, der sein Beschaffungswesen elektronisch abwickelt. Kunden können dank der völligen digitalen Vernetzung die bestellten Skateboards, Inlineskates, Schlittschuhe und Schutzausrüstungen per Internet auf dem Weg von der Produktion bis zum Wareneingang beim Händler verfolgen. Die IT-Abteilung der 40-Mitarbeiter-Firma hat dazu eine eigene Software entwickelt. Damit lassen sich Waren in der Distributionskette teilweise sogar per Kamera verfolgen. „Damit dokumentieren wir, dass ein bestimmtes Paket wirklich seinen Weg in den LKW gefunden hat“, erklärt Tobias Nockher, Projektmanager Operations Research bei Hudora. Und das ist noch längst nicht alles: „Natürlich wären Funketiketten die eleganteste Lösung. Wir arbeiten daran“, sagt Nockher.

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