Bernhard Lechtenberg, Geschäftsführer des Anlagenbauers RST Regel- und Steuerungsanlagen in Hamminkeln, war einer der Pilotnutzer von „Mind“. „Es dauert beim ersten Mal ein bis und zwei Arbeitstage, die ganzen Daten einzugeben“, sagt Lechtenberg. Er nutzt die Software inzwischen jedoch mehrmals im Jahr: Um größere Aufträge zu stemmen, braucht RST oftmals Sonderfinanzierungen, für die jeweils ein Rating nötig ist. Dafür muss Lechtenberg nur aktualisieren, was sich seit dem vorigen Mal geändert hat. RST hat etwa 80 Mitarbeiter; Lechtenberg ist einer der wenigen Kaufleute im Betrieb und kümmert sich um die Finanzierung im Wesentlichen allein. „Das Programm ist in so einem Fall sehr hilfreich.“ Die Berichte, die es erstellt, stießen auch bei anderen Banken auf Interesse.
Das Selbstrating-Werkzeug eines Projekts der Universität Oldenburg zur Mittelstandsfinanzierung ist dagegen nicht an eine Bank gebunden. Die Wissenschaftler haben eine Excel-Arbeitsmappe angelegt, die auf vielen Seiten alles abfragt, was für das Rating wichtig ist – neben einer Fülle von Kennzahlen beispielsweise auch Details zur Unternehmensnachfolge und zu Zuständigkeiten. Die Tabellenkalkulation rechnet dann eine Bewertung aus und weist auf Risiken und Verbesserungsmöglichkeiten hin. Die Datei lässt sich anfordern über » www.uni-oldenburg.de/mittelstandsfinanzierung/.
Unbekannte Noten
Umfrage: Die KfW hat in ihrer Unternehmensbefragung 2006 das Thema Rating beleuchtet. Erstes Ergebnis: Mehr als drei Fünftel der Unternehmen kennen die Ratingkriterien. Bei kleinen Unternehmen mit weniger als einer Mill. Euro Umsatz liegt der Wert jedoch bei weniger als zwei Fünfteln.
Ratingnote: Auch die individuelle Ratingnote von ihrer Bank kennen zwar fast 90 Prozent der größeren, aber nur die Hälfte der kleinen Unternehmen.
