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20.11.2008 
Verfahren vor dem EuGH

Apotheker fürchten schwere Zeiten

von Christoph Schlautmann

Deutschlands Arzneihändler rechnen schon bald mit massiver Konkurrenz durch große Ketten. Rewe, Schlecker und dm stehen schon in den Startlöchern. Müssen die Apotheker sich jetzt dem freien Wettbewerb stellen?

Pillen im Überfluss: Die Apotheken könnten bald scharfe Konkurrenz bekommen. Foto: MellLupe

Pillen im Überfluss: Die Apotheken könnten bald scharfe Konkurrenz bekommen. Foto: Mell

DÜSSELDORF. Die bevorstehende Liberalisierung des Pharmavertriebs lässt die Mehrzahl deutscher Apotheker um ihre Zukunft bangen. Dass es ihrem Betrieb in fünf Jahren schlechter gehen werde als heute, glauben bundesweit 57 Prozent der Arzneimittelhändler. Nur 15 Prozent erwarten eine Besserung, ergab eine dem Handelsblatt exklusiv vorliegende Umfrage der Steuerberatung Dr. Schmidt und Partner.

Auslöser der Furcht ist ein im September vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) gestartetes Verfahren gegen das deutsche Fremdbesitzverbot. Weil Apotheken hierzulande nur von ihren Inhabern geführt werden dürfen, wittern Rechtsexperten einen Verstoß gegen die EU-weite Niederlassungsfreiheit. Ein Urteil dazu soll es Anfang 2009 geben.

Dass die Luxemburger Richter am Ende den seit 800 Jahren in Deutschland geltenden Status quo bestätigen, glauben in der Branche immer weniger. Laut Befragung rechnen 71 Prozent der Apotheker damit, dass der Gerichtshof die deutsche Regelung kippen wird.

Mehr und mehr entfernen sich die Arzneihändler damit von ihrer Standesvertretung ABDA. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände nämlich lehnt es strikt ab, die Branche auf einen möglichen Systemwechsel vorzubereiten. "Wir gehen davon aus, dass der EuGH die Gesundheitspolitik als eine nationale Angelegenheit anerkennt", sagt ein Sprecher. "Wir sind da guter Dinge."

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