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16.06.2006 
Top 50 der europäischen Finanzdienstleister

Börsenboom treibt Gewinne der Banken

von Christian Potthoff und Frank Wiebe

Die europäischen Finanzkonzerne sind in blendender Verfassung. Die führenden Banken und Versicherungen des Kontinents konnten Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr fast ausnahmslos steigern.

An der Spitze des europäischen Rankings steht wieder einmal die britische HSBC. Foto: dpaLupe

An der Spitze des europäischen Rankings steht wieder einmal die britische HSBC. Foto: dpa

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Gerade für die Banken ist das derzeitige Umfeld ideal: Die Konjunktur in Europa ist robust, die Zinsen sind niedrig, und von den Kapitalmärkten kommt kräftiger Rückenwind. Auch das laufende Jahr hat viel versprechend begonnen.

An der Spitze des europäischen Rankings steht wie im Vorjahr die britische HSBC, gefolgt von der Schweizerischen UBS und der britischen Nummer zwei, der Royal Bank of Scotland (RBS). Traditionell finden sich unter den größten Banken, gemessen an der Börsenkapitalisierung, auffallend viele britische Institute. Sie profitieren von der starken Konzentration des Marktes, die ihnen hohe Margen beschert. Ebenfalls traditionell ist auch die Schwäche der deutschen Finanzdienstleister. Nur Allianz und Deutsche Bank rangieren europaweit unter den Top 15. Darin spiegelt sich vor allem die Zersplitterung des deutschen Bankensystems wider.


Tabelle Tabelle: Die 50 größten Finanzdienstleister Europas

Der größten Sprung nach vorn im europäischen Ranking gelang 2005 der italienischen Unicredit, die sich die Hypo-Vereinsbank (HVB) einverleibte. Das war die bisher größte grenzüberschreitende Bankenübernahme in Europa. Andere Großbanken haben sich ebenfalls im Ausland verstärkt - auch, weil größere Zukäufe in den Heimatländern vielfach kartellrechtliche Probleme aufwerfen würden. Die spanische Nummer eins, Santander Central Hispano, hatte sich 2004 die britische Abbey einverleibt. BNP Paribas sowie die holländische ABN Amro schlugen im letzten Jahr bei zwei mittelgroßen Banken in Italien zu. BNP kaufte die BNL, ABN schluckte Antonveneta.

Freilich blicken die Branchenriesen längst über Europa hinaus. Die drei großen europäischen Investmentbanken UBS, Deutsche Bank und Credit Suisse sind rund um den Globus im Handel mit Wertpapieren und in der Unternehmensfinanzierung aktiv, wobei insbesondere die USA als mit Abstand größter Markt für Investment-Banking eine besondere Rolle spielen. Aber auch im Privatkundengeschäft drängen die Banken auf andere Kontinente. Gleich eine ganze Reihe von Instituten - HSBC, RBS, BNP und ABN Amro - sind beispielsweise im amerikanischen Privatkundengeschäft aktiv. Die spanischen Häuser Santander und BBVA zählen zu den größten Banken Lateinamerikas.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Derzeit liegt der Fokus auf Asien.

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