Erneut steht SAP
, der weltgrößte Anbieter von Firmensoftware, ganz weit oben in der Liste der ertragsstärksten deutschen börsennotierten Unternehmen. Dass aber noch mehr möglich ist, zeigt der Blick auf die Wettbewerber des Walldorfer Konzerns.
FRANKFURT. Von solchen Werten können andere Branchen nur träumen. Operative Margen von 30 Prozent, das sind selbst in den meisten High-Tech-Industrien unerreichte Ziffern. Doch der deutsche Software-Riese SAP
schafft sie und das nicht zum ersten Mal. Erneut steht der weltgrößte Anbieter von Firmensoftware ganz weit oben in der Liste der ertragsstärksten deutschen börsennotierten Unternehmen.
Das ist ein auf den ersten Blick unverständlicher Erfolg, wird der Wettbewerb in der Branche doch zunehmend härter. So läuft die Konsolidierung auf Hochtouren. Das zeigt sich bei Programmen, mit denen Unternehmensdaten analysiert werden können (Business Intelligence). Innerhalb von weniger als drei Jahren sind hier alle namhaften Spezialisten aufgekauft worden, von Firmen wie Oracle
, IBM
oder eben auch SAP
.
Gleichzeitig tobt ein erbitterter Kampf um die Kunden. Immer wieder sind Klagen über angeblich ruinöse Rabattschlachten zu hören. Alles das sind Indikatoren, die auf einen reifen Markt und vor allem auf sinkende Margen schließen lassen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Erklärtes Ziel des künftigen SAP
-Chef Leo Apotheker ist es, auf absehbare Zeit bei der operativen Marge sogar 35 Prozent zu erreichen.
Dass aber noch mehr möglich ist, zeigt der Blick auf die Wettbewerber des Walldorfer Konzerns. Legt man die im Ranking zu Grunde gelegte Kennzahl "Cash-flow zu Umsatz" (CFU) zu Grunde, ergibt sich Erstaunliches. SAP
erreicht hier den aus deutscher Sicht sicherlich beachtlichen Wert von 17,7 Prozent. Der amerikanische Dauer- und Erzrivale Oracle
aber kommt auf 23 Prozent. Der auf Kreativ- und Internet-Software spezialisierte Anbieter Adobe
erreicht 26 Prozent und Gigant Microsoft
sogar 30 Prozent. SAP
mag also im deutschen Ranking Spitze sein, im internationalen Branchenvergleich hinken die Walldorfer aber hinterher.
