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01.09.2008 
Brands4friends

Wo Markenartikler ihre Restposten losschlagen

von Claudia Tödtmann

Das erste Geschäftsjahr ist noch nicht vorbei und Brands4friends hat bereits eine Million Clubmitglieder. „So viel hatten wir nicht so schnell erwartet, eher erst in zwei Jahren“, sagt Constantin Bisanz, 35, Mitgründer und Geschäftsführer des Shopping-Clubs. Im September ist der Internet-Shop aus Berlin ein Jahr online und schon Marktführer. Das Konzept: Mode und Accessoires von Markenherstellern zum Niedrigpreis.

Zu vorangekündigten Zeiten können Mitglieder von Brands4friends Mode und Accessoires von Markenherstellern zum Niedrigpreis kaufen, der bis zu 70 Prozent unter dem Ladenpreis liegt. Dann stehen für ein bis drei Tage zum Beispiel Sonnenbrillen von Tommy Hilfiger im Netz, Sportartikel von Fila oder Mode von Calvin Klein, Valentino oder Cloé. Der Zuschlag erfolgt nach dem Müller-Prinzip: Wer zuerst klickt, mahlt zuerst – und wer zu spät kommt, findet nur noch die Fotos vor mit dem Zusatz, dass dieses Teil ausverkauft ist.

Die Vorteile für die Markenartikler bei diesem Vertriebsweg: Sie können so schnell und geräuschlos Überproduktionen und Restposten loswerden – und zwar kontrolliert und ohne Imageverlust. Denn die Hersteller „haben die Horrorvorstellung, dass ihre Produkte – statt direkt beim Endverbraucher – auf einem Grabbeltisch oder in Osteuropa landen“, erzählt Bisanz. Und: Die Markenproduzenten erreichen so neue Zielgruppen, denen die Produkte sonst zu teuer wären.

Daneben will Brands4friends aber nicht nur Problemlöser der Industrie, sondern auch Trendsetter sein und Trendmarken verkaufen wie Laguna Beach aus Los Angeles oder Monarch. Beide werden sonst hier zu Lande nicht vertrieben, sagt Bisanz.

Die Geschäftsidee brachte der andere Mitbegründer, Christian Heitmeyer, 41, aus Frankreich mit. Dort gibt es einen Vorläufer namens Vente Privée. Heitmeyer ist derjenige, der bereits Erfahrungen in Sachen Textil- und Modebranche mitbrachte – er arbeitete im Einkauf für den Kofferhersteller Delsey. Bisanz selbst kann dagegen Interneterfahrung vorweisen. Der IT-Profi hatte bereits ein Internetportal für Nutzfahrzeuge gegründet, das dann an die Scout24-Gruppe verkauft wurde.

Angefangen hatte Brands4friends mit einer Aktion pro Woche und einem Verteiler, der tatsächlich aus Freunden und Bekannten bestand. Und gerade die Mund-zu-Mund-Propaganda funktionierte viel besser als erwartet, erläutert der gebürtige Wiener Bisanz. Jetzt laufen drei Aktionen am Tag und das Start-up verkauft täglich zwischen 1 000 und 10 000 Produkte.

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