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07.01.2009 
Coaching

Beim Coach auf der Couch

von Carmen Salvenmoser

Obwohl Experten eine steigende Coaching-Nachfrage in Familienunternehmen prophezeien, sind die Chefs mittelständischer Firmen oft nicht bereit, ihre Sorgen vor einem externen Berater auszubreiten. Doch wer die Tür für den Coach öffnet, bekommt einen kompetenten Diskussionspartner für die Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen.

Nicht nur beim Fußball lohnt es sich, auf die Tipps vom Coach zu hören (hier: Bayern-Trainer Klinsmann). Auch Mittelständlern hilft professionelles Coaching bei schwierigen Entscheidungen. Foto: ReutersLupe

Nicht nur beim Fußball lohnt es sich, auf die Tipps vom Coach zu hören (hier: Bayern-Trainer Klinsmann). Auch Mittelständlern hilft professionelles Coaching bei schwierigen Entscheidungen. Foto: Reuters

KÖLN. Wenn mittelständische Unternehmer einen Coach um Rat bitten, ist er oft nicht nur Ratgeber bei unternehmerischen Entscheidungen, sondern auch bei Eheproblemen: Der familiäre Kontext sei immer mit im Spiel, weiß der auf den Mittelstand spezialisierte Coach Claus-Dieter Hildenbrand. "Häufig arbeitet die eigene Frau im Unternehmen mit", sagt der Experte, "Die Firma sitzt dann auch zu Hause mit am Tisch. Das hält keine Ehe ewig aus." Aber auch schwierige Generationenkonflikte, Nachfolgeregelungen und ungünstige Geschwisterkonstellationen zählen zum Beratungs-Metier von Mittelstands-Coaches.

Immer mehr Familienunternehmer suchen sich externe Ratgeber wie Hildenbrand: 66 Prozent der deutschen Unternehmen engagieren in schwierigen Situationen oder vor wichtigen Entscheidungen einen Coach. Das ergab eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Kienbaum. Noch ist die Einzelbetreuung von Managern zwar vor allem in Konzernen und im gehobenen Mittelstand üblich. Das Angebot auf dem Coaching-Markt wird sich aber noch stärker auf kleine und mittlere Betriebe verlagern, vermutet Marius Hansa, Vorsitzender des Verbands International Coach Federation Deutschland (ICF).

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Er glaubt zudem an eine stärkere Coaching-Nachfrage durch die Wirtschaftskrise, weil Unternehmen jetzt mehr denn je leistungsstarke Leute bräuchten. Laut Hansa zielt Coaching darauf ab, die Leistungsfähigkeit zu steigern und Mitarbeitern oder dem Chef zur inneren Balance zu verhelfen. Dabei geht es nicht darum, dass der Coach deren Sorgen löst. Vielmehr gibt er Hilfe zur Selbsthilfe, sagt Christopher Rauen, Vorsitzender des Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC).

Voraussetzung für funktionierendes Coaching ist das ernsthafte Interesse an der persönlichen Entwicklung der Mitarbeiter - oder bei Unternehmern die Fähigkeit zur Selbstkritik. Die fehle gerade bei vielen patriarchalischen Chefs, die häufig nicht bereit sind, eigene Werte und Meinungen zu überdenken oder Kritik anzunehmen. "Coaching nur als Alibi-Instrument oder emotionales Bordell zu missbrauchen, ist unsinnig", sagt Mittelstands-Coach Hildenbrand. Vielmehr müsse der Chef seinen Coach als Spiegel sehen, der bei der Selbstreflexion hilft und ehrliches Feedback gibt.

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