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20.02.2007 
Bilanzierungsregeln in der Kritik

Abgespeckt und abgewatscht

von Joachim Weber

Am Freitag wurden die neuen internationalen Rechungslegungsregeln für kleine und mittlere Unternehmen vorgestellt. Wie erwartet waren Mittelstand und Familienunternehmen wenig begeistert, im Gegenteil: Die Neuregelung stößt bei Experten auf harsche Kritik.

Fertigung in einem mittelständischen Unternehmen. Foto: dpaLupe

Fertigung in einem mittelständischen Unternehmen. Foto: dpa

FRANKFURT. Ersehnt hat sie wohl niemand. Doch Mittelständler und Familienunternehmen haben sie mit einer gewissen Spannung erwartet: die neuen internationalen Rechnungslegungsregeln für kleine und mittlere Unternehmen. Seit Freitag liegt die Version der International Financial Reporting Standards (IFRS) für diese Firmen vor, seit heute Morgen ist sie der Öffentlichkeit im Internet zugänglich (www.iasb.org).

Die Reaktion von Experten und Unternehmern ist einhellig: Die Vorschriften gehen weiterhin klar an den Bedürfnissen von Mittelständlern und nichtbörsennotierten Firmen vorbei. Entsprechend kritisch dürften die Stellungnahmen zum Vorschlag ausfallen, die das Londoner International Accounting Standards Board (IASB) bis Ende September entgegennehmen will.

Mit der speziellen Version für die "Small and Medium-sized Entities" (SME) will das Board die Umstellung auf IFRS-Regeln erleichtern. Die Komplettversion dieser Standards zur Bilanzierung müssen große kapitalmarktorientierte Firmen bereits anwenden - es ist ein stattliches Regelwerk von 2 400 Seiten. Firmen in Familien- oder Privatbesitz sind zwar nicht dazu verpflichtet. Allerdings kann sich die Bilanzierung nach IFRS für sie lohnen, etwa zur besseren Präsentation gegenüber Geschäftspartnern oder Banken und zur internationalen Vereinheitlichung.

Für diese Firmen soll das IFRS-SME-Werk gelten. Mit nur 250 Seiten erweckt es auf den ersten Blick die Hoffnung, das IASB habe die Kritik ausreichend beachtet. Mittelständler monierten bisher, die vollen IFRS seien nur an Informationsbedürfnissen von Investoren am Kapitalmarkt ausgerichtet und viel zu aufwendig und detailliert für Firmen, die fernab der Börse agieren.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Dort spielt langfristiges Denken eine viel größere Rolle als bei den Börsennotierten"

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