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20.10.2006 
Anzeige gegen Deutsche-Bank-Chef

Ackermann weist Vorwürfe zurück

Im Dauerstreit zwischen der Deutschen Bank und Leo Kirch hat der frühere Medienunternehmer Strafanzeige gegen den Deutsche-Bank-Chef gestellt. Der Vorwurf: Anstiftung zur Untreue. Der Anwalt von Josef Ackermann wies die Vorwürfe jedoch zurück und hat eine einfache Erklärung für Kirchs Attacke.

Leo Kirch führt eine Art Privatkrieg gegen die Führung der Deutschen Bank. Foto: dpaLupe

Leo Kirch führt eine Art Privatkrieg gegen die Führung der Deutschen Bank. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte am Freitag den Eingang der Anzeige. Derzeit werde geprüft, ob Ermittlungen eingeleitet würden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Eine Entscheidung darüber dürfte im November fallen.

Medienberichten zufolge beschuldigt Kirch den Topmanager der Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall. Die Straftat soll Ackermann beim Wechsel von Clemens Börsig vom Vorstand in den Aufsichtrat der Deutschen Bank begangen haben.

Ackermanns Anwalt Eberhard Kempf wies die Vorhaltungen zurück: "Die Strafanzeige entbehrt jeglicher Grundlage." Der Aufsichtsrat sei für Vergütungsfragen zuständig und habe diese auch im Fall Börsig geregelt. Ackermann habe dies "weder initiiert noch war er daran beteiligt", sagte Kempf. "Ziel der Strafanzeige ist offenbar, Einfluss auf das Mannesmann-Verfahren zu nehmen und das Gericht gegen Ackermann einzunehmen."

Finanzvorstand Börsig wurde im April dieses Jahres zum Aufsichtsratsmitglied bestellt, nachdem der langjährige Aufsichtsratschef Rolf Breuer sein Amt niedergelegt hatte. Da Börsig noch einen bis 2010 laufenden Vorstandsvertrag hatte, zahlte ihm die Bank einen Ausgleich. Jährlich erhält Börsig auf Beschluss des Aufsichtsrates 3,65 Millionen Euro.

"Eine solche zusätzliche Vergütung" hätte "entweder durch den Beschluss der Hauptversammlung bewilligt oder in die Satzung aufgenommen werden" müssen, schreibt Hartwig Henze, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof, in einem Gutachten, das der Anzeige beiliegt und der "Wirtschaftswoche" ebenfalls vorliegt.

Das gleiche Vergehen hatte der Bundesgerichtshof im Fall Mannesmann festgestellt und damit die Freisprüche des Düsseldorfer Landgerichts aufgehoben. Kirch ist bereits in eine juristische Auseinandersetzung mit Ackermanns Vorgänger Rolf Breuer verstrickt. Der Medienmanager wirft Breuer vor, durch eine öffentliche Äußerung zu Kirchs mangelnder Kreditwürdigkeit den Zusammenbruch der Kirch-Gruppe verursacht zu haben.

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