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15.01.2008 

Amerikaner stehen auf Bio

von Catrin Bialek

Die Deutschen sind längst im Nachhaltigkeitsfieber und achten beim Einkauf auf biologische Qualität. Doch auch bei den amerikanischen Konsumenten ist Umweltschutz, Öko und Fair Trade angesagt, zeigt eine neue Untersuchung in den USA.

DÜSSELDORF. Es ist noch nicht lange her, als sich kaum ein Konsument ernsthaft dafür interessierte, woher die Produkte in den Regalen der Einzelhändler stammten, unter welchen Arbeitsbedingungen sie produziert wurden und welchen Beitrag die Hersteller allgemein zum Umweltschutz beitrugen. Hauptsache, die Ware war günstig – Geiz war geil und regierte die Konsumentenwelt.

Das hat sich gründlich geändert. Heutzutage verlangen Verbraucher mehr als nur qualitativ hochwertige Produkte oder Dienstleistungen zu einem annehmbaren Preis-Leistungs-Verhältnis. Nachhaltigkeit ist das Stichwort der Stunde – und das spiegelt sich auch in den Strategien vieler Firmen wider.

Zurecht, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Dass Deutschland im Bio-Fieber ist, ist ja mittlerweile weithin bekannt. Doch selbst die Amerikaner springen auf den Nachhaltigkeitszug auf, wie eine Studie des US-Marktforschungsunternehmens Iri unter 22000 US-Konsumenten zeigt. Für fast die Hälfte ist mindestens ein Nachhaltigkeitskriterium beim Kauf einer Marke eine relevante Entscheidungsgröße.

Zu den Kriterien zählen: biologische Herstellung, umweltschonende Verpackung, umweltschonendes Produkt und ob der Hersteller fair mit Angestellten und Lieferanten umgeht. Für 20 Prozent der Befragten spielte sogar jedes dieser Kriterien eine Rolle.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum vor allem Senioren umweltfreundliche Produkte kaufen

Es sind vor allem die älteren Kunden ab 55 Jahren, die bereit sind, für umweltfreundliche Produkte ein paar Dollar mehr auszugeben, zeigt die Studie. Zum einen würde diese Zielgruppe über das nötige höhere Einkommen verfügen, vermuten die Marktforscher, zum anderen hätte sie auch die Zeit, die nachhaltigen Angebote ausfindig zu machen.

Die großen Unternehmen haben den Trend inzwischen erkannt und gehandelt: 85 Prozent der führenden US- Konsumengüterhersteller können Nachhaltigkeitsprogramme vorweisen, heißt es bei Iri.

Dabei gebe es fünf Kernbereiche: Bioprodukte, die entweder der eigenen Gesundheit oder der Umwelt guttun. Der Konzern L’Oreal hat diesen Bereich etwa durch den Zukauf von „The Body Shop“ gefördert. Auch umweltfreundliche Produkte unter den Wasch- und Reinigungsmitteln verzeichnen zweistellige Wachstumsraten. Und: Sogenannte Fair-Trade-Produkte, die auf gerechte Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und Lieferanten abstellen, sowie Produkte, die in einer umweltfreundlichen Verpackung stecken, boomen. Als fünfter Kernbereich gilt nachhaltiges Marketing – hier grassiere allerdings ein großes Misstrauen der Verbraucher gegenüber vollmundigen Werbeaussagen.

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