Ins Visier der Anlegerschützer geraten jetzt aber auch die Banken. Hunderte Anleger klagen wegen Falschberatung. "Die Banken haben für das Geld Zinsen kassiert und an der Garantiezusage Gebühren verdient, die Commerzbank
am Vertrieb, die Fonds an überhöhten weichen Kosten und die Anleger haben drauf gezahlt", schimpft der Bremer Rechtsanwalt Jens Gieschen, -Peter der rund 400 Kläger vertritt. Sie haben vor allem die Commerzbank
im Visier, die die Fonds vertrieb. "Man muss sich da fragen, was die Commerzbank
wusste", sagt er. Für ihn ist das Urteil ein klares Signal gegen die Geldinstitute. Vor allem der Commerzbank
drohen weitere Klagen, weil sie verdeckt Provisionen kassiert haben soll, es den Kunden aber verschwieg: "Die Bank hätte Kunden darüber informieren müssen, dass sie für die Vermittlung Kickbacks bekam", moniert Anlegerschutzanwalt Andreas Tilp. "Das hat sie nicht getan, jetzt muss sie haften." Nahezu im Wochentakt werde man Klagen einreichen, kündigte er an.
Die Commerzbank
wollte sich zu dem Urteil und möglichen Folgen nicht äußern, genauso wenig wie die Garantie gebende Dresdner Bank und die Hypo
-Vereinsbank die bei VIP 4 als Garantiegeber aufgetreten war.
Wie VIP 3 laufen sollte
Der Start: 235 Mill. Euro sammelten die VIP-Manager bei den rund 4 900 Anlegern ein. Das Geld sollte zwischen 2003 und 2011 diverse Filme finanzieren. Vertrieben wurden die Fonds vor allem über die Commerzbank
. Die Dresdner Bank bürgte als Garantie gebende Bank für einen Mindesterlös aus der Filmverwertung, der an den Fonds zurückfließt. Dafür bekam sie Gebühren.
Die Idee: Filme produzieren Verluste, die mindern die Steuerlast der Anleger.
Das Modell: 100 000 Euro plus 5 000 Euro Agio fließen an den Fonds. Minus 18 Prozent weiche Kosten, bleiben 87 200 Euro. Die werden als Verlust abgesetzt. 17 500 Euro flossen in Filme, die restlichen 69 700 Euro parkten bei der Dresdner Bank und wurden wie Festgeld verzinst. Bis zum Ende der Laufzeit sollten damit die 100 000 Euro an den Fonds und die Anlegerzurückfließen. Die versteuern das Geld erst dann. Ist ihre Steuerlast bis dahin gesunken, machen sie Gewinn.
Das Problem: Nur 20 Prozent des Geldes flossen in Filme. Als Verlust geltend gemacht wurde die gesamte Summe. Die Anleger müssen nachzahlen.
