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02.12.2007 

Aufsichtsrat mit Tüv-Plakette

von Katrin Terpitz

Für Aufsichtsräte im Mittelstand wird es immer schwieriger, den Durchblick zu behalten. Das kann teuer werden. Überhaupt könnten viele Unternehmen wesentlich erfolgreicher sein, wenn sie einen qualifizierten Aufsichtsrat hätten. Dafür gibt es nun Nachhilfe vom Tüv – samt Zertifikat.

Mit Tüv-geprüften Aufsichtsräten können Firmen Geld sparen. Foto: dpaLupe

Mit Tüv-geprüften Aufsichtsräten können Firmen Geld sparen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. „Es gibt drei Berufe, die man nicht erlernen muss – Ehemann, Politiker und Aufsichtsrat. Zumindest beim letzteren sollte sich das ändern.“ Thomas Middelhoff, Vorstandschef von Arcandor und selbst seit Jahren aktiv in diversen Aufsichtsräten, moniert: Kontrolleuren deutscher Unternehmen fehle es an Professionalität. Und das kann kostspielige Folgen haben – für Betriebe wie für die Mandatsträger.

Gerade im Mittelstand fallen viele Kontrolleure im Schadensfall aus allen Wolken. So wie die gutgläubigen Aufsichtsräte eines Dienstleisters in Nordrhein-Westfalen. Immer wieder hatten sie Druck auf ihren Vorstand gemacht. Der solle endlich ein Risikomanagement installieren wie im Aktiengesetz vorgeschrieben. Und immer wieder ließen sie sich vertrösten. Bis es zu spät war und der Betrieb Insolvenz anmelden musste.

Bitter für die Aufsichtsräte: Auch sie mussten als Gremium haften, weil sie schlampig gearbeitet und nicht genug auf ein Risikomanagement gepocht hatten. Und noch bitterer: Wegen persönlicher Pflichtverletzung musste jeder mit seinem Privatvermögen geradestehen. „Denn die wenigsten Mittelständler hierzulande haben eine Managerhaftpflichtversicherung“, sagt der Jurist und Haftungsexperte Michael Hendricks.

Fakt ist: Die Anforderungen an Aufsichtsräte sind enorm gestiegen – und längst nicht nur bei den Dax-Unternehmen. Früher galten die oft ehrenamtlichen Mandate als lauer Feierabendjob. Der Aufsichtsrat wurde von vielen als Altherrenklub mit Abnickfunktion belächelt. „Da bekam der Bruder oder Schulfreund den Posten zugeschachert, damit der seine Visitenkarte schmücken konnte“, sagt Thomas Kienle, Partner der Personalberatung Steinbach & Partner. Hauptsache ein „Hase mit Stallgeruch“ – die Ausbildung war egal.

Inzwischen aber weht vielen Aufsichtsräten selbst kleinerer Betriebe ein rauer Wind ins Gesicht. Sie haben sich heute mit hochkomplexen Themen wie Compliance, Basel II, Bilanzierung mitunter nach IFRS, Technologiefolgenabschätzung oder Innovationsstrategien auf Augenhöhe mit Vorstand und Wirtschaftsprüfern auseinanderzusetzen. Und bei eher mäßiger Vergütung müssen sie dafür auch noch ihren Kopf hinhalten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Als Aufsichtsrat muss man heute verdammt fit sein.“

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