Dabei wäre es verfehlt, Merz auf ein einziges Produkt zu reduzieren. Das Unternehmen verfügt über eine ebenso breite wie traditionsreiche Basis. Schon Firmengründer Friedrich Merz brachte einen Strauß an Ideen und Erfindergeist mit, als er 1908 nach Frankfurt kam und seine ersten Chemielabors in einer alten Zigarettenfabrik einrichtete.
"Unser Ziel war es immer, Lösungen für konkrete Probleme zu finden", beschreibt fast ein Jahrhundert später sein Enkelsohn und der heutige Unternehmenschef Jochen Hückmann die Philosophie von Merz. Sie gilt bis heute und hat Merz nicht nur in das Arzneigeschäft geführt: Tochterfirmen produzieren Kosmetika, Dentalprodukte - und sogar Schreibgeräte. 417 Mill. Euro setzte Merz im zurückliegenden Geschäftsjahr um, das am 30. Juni 2005 endete. 69 Millionen Euro entfielen auf die Tochter Merz & Krell, die mit ihrer Marke Senator zu den weltweit führenden Herstellern von Kugelschreibern für Werbezwecke zählt.
Bis heute sind die Merz Spezialdragees das bekannteste Produkt. Sie versprechen seit mehr als 40 Jahren "Schönheit von innen" - die TV-Werbespots für schöne Haare, Haut und Fingernägel sind deutschlandweit bekannt. Ebenso wie die Badezusätze von Merz unter der Marke Tetesept.
Wirtschaftlich jedoch spielt die Musik im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Merz Pharma machte zuletzt 347 Mill. Euro Umsatz und ist in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich gut 13 Prozent pro Jahr gewachsen, doppelt so schnell wie der Weltpharmamarkt.
Entscheidenden Anteil am Aufschwung hat der Alzheimer-Wirkstoff Memantine, obwohl Merz selbst nur den kleineren Teil der Erlöse verbucht. Den Löwenanteil des Geschäfts mit dem Wirkstoff bestreiten ausländische Lizenznehmer und Vertriebspartner, allen voran die US-Firma Forest Labs und die dänische Lundbeck. Weltweit überschritten die Erlöse mit dem Wirkstoff im Jahr 2005 erstmals die Marke von 500 Millionen Euro.
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