Hückmann will den Schwung nun nutzen, um die Forschung sowie das Auslandsgeschäft von Merz zu verstärken. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz von rund 60 Prozent soll weiter wachsen. Bislang ist Merz in den USA, Uruguay, Mexiko, Italien, Österreich und der Schweiz vertreten. Eigene Tochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien, Polen und Kanada sollen folgen. "Internationalisierung ist einer unserer Schwerpunkte", sagt Hückmann.
Zweites Kernelement ist das Thema Innovation: Der Merz-Chef zeigt sich entschlossen, das Produktprogramm durch Neuentwicklungen zu ergänzen. Ein weiteres Alzheimer-Medikament befindet sich inzwischen in fortgeschrittener klinischer Entwicklung. Xeomin, eine Neuentwicklung gegen chronische Bewegungsstörungen, hat vor wenigen Monaten die erste Zulassung in Deutschland erhalten. Hinzu kommen weitere Wirkstoffe gegen Nervenerkrankungen sowie weitere Einsatzbereiche für Memantine, etwa gegen neuropathischen Schmerz oder Tinnitus.
Fragt man den 63-jährigen Firmenchef nach den Erfolgsfaktoren des Familienunternehmens, nennt er zwei Schlüsselbegriffe: Konzentration und Beharrlichkeit. Nur mit der Fokussierung auf klar definierte Nischen und Spezialbereiche ist es aus seiner Sicht möglich, Vorteile gegenüber Wettbewerbern zu erringen, die Größennachteile zu kompensieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit in der Forschung zu erhöhen.
"In den Sektoren, in denen wir tätig sind, wollen wir zu den besten der Welt gehören", lautet Hückmanns Maxime. Tatsächlich bescheinigen Branchenkenner dem Unternehmen in seinem Fachgebiet eine starke Stellung. "Die Entwickler von Merz sind in der Demenz-Therapie absolut kompetent", berichtet etwa der Manager eines jungen Biotechunternehmens, das auf dem Gebiet nach Partnern suchte und dazu mit zahlreichen Pharmafirmen verhandelte.
Ein weiterer Eckpfeiler im Innovationsmanagement von Merz sind Partnerschaften. Hückmann und sein Pharmachef Martin Zügel verweisen auf zahlreiche Kooperationen mit akademischen Forschungsinstituten. "In unserem Fachgebiet sind wir für viele Wissenschaftler ein angesehener Gesprächspartner." Doch nutzt Kompetenz alleine wenig, wenn Durchsetzungskraft und Ausdauer sie nicht begleiten.
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