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18.08.2006 
Bionade

„Bionade“ lässt Konkurrenz verzweifeln

von Ingo Reich

Es ist eine Geschichte aus der Kategorie David gegen Goliath: Ein leidgeprüfter Brauer aus der Rhön erfindet eine Innovation, steigt innerhalb von zehn Jahren zum Marktführer auf und lehrt selbst internationale Giganten das Fürchten. Doch genauso verhält es sich mit dem Erfrischungsgetränk "Bionade" - das gerade zur Markenfamilie wird.

Bionade-Erfinder Leipold. Foto: PRLupe

Bionade-Erfinder Leipold. Foto: PR

OSTHEIM. Peter Kowalsky ist glücklich. Der 38-jährige gelernte Braumeister kann von seiner Öko-Brause produzieren so viel er will, er findet reißenden Absatz. Gegen Ende des Jahres werden rund 60 Mill. Flaschen Bionade die kleine Privatbrauerei Peter in Ostheim vor der Rhön verlassen haben. Dies entspricht etwa dem Jahres-Ausstoß einer gut geführten mittelständischen Regionalbrauerei.

Der Erfolg ließ zunächst auf sich warten. Vor gut zwanzig Jahren begann Kowalskys Stiefvater Dieter Leipold mit der Tüftelei an einem Bio-Softdrink, den man mit den Gerätschaften der familieneigenen Brauerei problemlos herstellen konnte. Nach zahlreichen Fehlschlägen begann der Familienbetrieb 1995 mit der Abfüllung der ersten Bionade, die, für eine Brauerei hier zu Lande selbstverständlich, streng nach deutschem Reinheitsgebot "gebraut" wird.

Tatsächlich kommt bei der Produktion von Bionade nur der erste Teil des Brauprozesses, das Maischen, zum Einsatz. Das Erwärmen von Malz und Wasser aktiviert Enzyme im Malz. Statt der Hefe, die sonst für den Alkoholgehalt zuständig ist, kommen dann Bio-Zucker und natürliche Aromen aus Litschi, Kräutern oder Orangen hinzu. Der Rest ist Betriebsgeheimnis.

Erfolgreich ist auch die Geschmacksrichtung Holunder, die inzwischen indirekt dazu beiträgt, die Landwirtschaft der bayerischen Rhön zu revolutionieren. Denn Kowalsky drängt immer mehr ortsansässige Landwirte, ihre Produktion auf ökologischen Landbau umzustellen, um dauerhaft die Rohstoff-Versorgung für Bionade zu garantieren. Benötigt werden Anbauflächen von insgesamt 70 Hektar allein für Bio-Holunder und noch einmal rund 1 000 Hektar für Bio-Braugerste. "Die Sicherung der Rohstoffe bildet die Grundlage für die weitere Expansion", sagt Kowalsky, der vor drei Jahren gerade einmal zwei Millionen Flaschen Bionade abgesetzt hat.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Erfolg der Bionade ruft die Konkurrenz auf den Plan.

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