0 Bewertungen
21.02.2005 
"So etwas muss natürlich in den Prospekt"

BVB-Börsengang könnte Fall für Justiz werden

Der Börsengang von Borussia Dortmund könnte noch ein Fall für den Staatsanwalt werden. Zwei renommierte Juristen erklärten auf Anfrage des Handelsblatts, dass ein Leasing-Vertrag mit dem Kölner Versicherer Gerling aus dem Jahr 2000 Stoff für eine Anklage wegen Kapitalanlagebetrug liefern könnte.

DÜSSELDORF. In dem Vertrag hatte die Borussia vor ihrem Börsengang die Markenrechte an ihrem Sportartikelhersteller Goool für 20 Mill. Euro an Gerling abgegeben. Beiden Seiten wurde eine Ausstiegsoption ab dem 30.6.2005 gewährt. Im Börsenprospekt wird jedoch nur eine Ausstiegsmöglichkeit für den BVB erwähnt. Andreas Kühne von der Düsseldorfer Rechtsanwaltskanzlei Velten Franz Jakoby hält diese Option aber für einen erheblichen Punkt, um damals die neue Aktie zu bewerten: "Schließlich kann eine solche Option wesentliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des Vereins haben." Daher hätte sie ebenso an gleicher Stelle im Börsenprospekt erwähnt werden müssen wie die ausdrücklich erwähnte Option zugunsten des BVB

"So etwas muss natürlich in den Prospekt", sagt auch Klaus Rotter, Partner der Münchener Kanzlei Rotter Rechtsanwälte. Beide halten ein Einschreiten der Staatsanwaltschaft für möglich. Zwar seien Verstöße gegen die Prospekthaftung verjährt. Werde der Fall jedoch als Kapitalanlagebetrug interpretiert, sei die Verjährungsfrist noch nicht abgelaufen. Entsprechende Klagen könnten sich gegen das BVB-Management aber auch gegen die Konsortialbanken richten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Santander demonstriert Selbstsicherheit  Artikel in Merkliste

13.10.2008 von Anne Grüttner

Bühne frei für die Spanier. Inmitten des größten Tumults auf den Finanzmärkten und täglichen Ankündigungen neuer staatlicher Rettungsaktionen für Banken in den USA und Europa erscheint Spaniens Finanzsystem und insbesondere das größte spanische Kreditinstitut Santander wie eine Insel der Seligen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Britische Banken an die Kandare  Artikel in Merkliste

13.10.2008 von Dirk Heilmann

Das britische Rettungspaket für die Banken ist mindestens europaweit zum Vorbild geworden. Seine drei Elemente – Rekapitalisierung der Banken, Liquiditätsschwemme und staatliche Garantie für den Interbankenmarkt – scheinen die Nöte des Finanzsystems am besten zu lindern. Auch wenn der Härtetest in der Praxis noch aussteht. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie gut ist Ihr Manager-Deutsch?

Los geht's!Sie sprechen Deutsch? Aber sprechen Sie auch Manager-Deutsch? In unserem Quiz erfahren Sie, ob Sie auf dem neuesten Stand sind.
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige