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19.05.2004 

Eine Marktchance der Anwälte sehen Sie auch in einer besseren Ausbildung. Der DAV hat selbst eine Anwaltsausbildung ins Leben gerufen, die parallel zum Referendariat läuft. Die Resonanz darauf ist aber gering. 30 Teilnehmer bei knapp 8 000 Abgängern, die jährlich in den Anwaltsberuf streben.

Kilger: Wichtiger war uns zunächst, dass die Kanzleien mitziehen. Dort aber ist die Resonanz groß. 800 Kanzleien haben sich bisher als Ausbilder registrieren lassen. Was die Zurückhaltung der Teilnehmer anbelangt, so geht das auch darauf zurück, dass die Studenten noch immer nicht gelernt haben, sich frühzeitig über ihren Berufsweg Gedanken zu machen.

Kritiker behaupten, dass Ihr Modell vor allem darauf zielt, den Zugang zum Beruf zu erschweren, um den Bedarf zu steuern.

Kilger: In der Tat wollen wir den Bedarf steuern, denn wir haben ein Massenproblem. Wir setzen aber nicht auf Zugangssperren, sondern darauf, dass nur der Anwalt werden kann, der auch eine ordentliche Ausbildung genossen hat. Wenn man uns schon bei der Rechtsberatung dem Wettbewerb mit anderen Berufsgruppen unterwirft, dann müssen wir auch die Möglichkeit haben, diejenigen auszusieben, die für den Anwaltsberuf nicht geeignet sind.

Womit wir wieder beim Thema Wettbewerb wären. Worin liegt denn nun die Zukunft der deutschen Anwaltschaft?

Kilger: Die Zukunft der deutschen Anwälte, auch im europäischen Wettbewerb, liegt in einer vernünftigen Qualifizierung. Nur der gute Anwalt wird auf Dauer überleben.

Das Gespräch führte Jan Keuchel.

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