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11.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 16:13 Uhr 
Business Monitor

Der Lockruf lukrativer Märkte

von Bert Fröndhoff

Diversifikation galt als falsche Strategie - Konzentration auf das Kerngeschäft war angesagt. Doch das weicht auf: Knallharte Fokussierung beherrscht die Firmenstrategien nicht mehr uneingeschränkt, zeigt eine Handelsblatt-Umfrage unter deutschen Topmanagern.

Stammsitz von Bisch in Stuttgart: Das Unternehmen steigt nun auch in die Solartechnik ein. Lupe

Stammsitz von Bisch in Stuttgart: Das Unternehmen steigt nun auch in die Solartechnik ein.

DÜSSELDORF. Bosch wird grün. Der weltgrößte Autozulieferer mit dem knallroten Namenszug überraschte die Öffentlichkeit, als er vorige Woche den Kauf des Solartechnikspezialisten Ersol ankündigte. Denn die Gruppe drängt damit in ein für sie neues Geschäftsfeld: den alternativen Energien. Bosch-Chef Franz Fehrenbach will das Unternehmen mit der Expansion weniger abhängig von den Launen der Autokonjunktur machen.

Bei Boschs Plänen handelt es sich um eine klassische Diversifikation des Geschäfts - eine Strategie, die im zurückliegenden Jahrzehnt als falsch und verfehlt galt. Konzentration auf das Kerngeschäft lautete das strategische Mantra. Mischkonzerne dagegen waren gerade am Kapitalmarkt nicht gerne gesehen. Doch das weicht auf: Knallharte Fokussierung beherrscht die Firmenstrategien nicht mehr uneingeschränkt.

Dieser Trend lässt sich aus dem aktuellen Handelsblatt Business-Monitor ablesen, einer Umfrage unter 791 Führungskräften deutscher Unternehmen. Die Befragung wurde vom Handelsblatt und der Unternehmensberatung Droege & Comp. in Auftrag gegeben. Eine knappe Mehrheit der Befragten will zwar weiterhin fokussiert bleiben. Immerhin 32 Prozent der Firmen aber haben eine Diversifikation in nächster Zeit fest eingeplant. Weitere acht Prozent planen diesen Schritt "eventuell".

Ein Grund für die neue Strategie ist die konjunkturelle Lage. "Viele Unternehmen wollen in der jetzigen Phase Chancen nutzen, mehr Wachstum und Ausgeglichenheit ins eigene Portfolio zu bringen", erläutert Juan Rigall, Geschäftsführer von Droege & Comp. Rigall erwartet zwar nicht, dass nun die Diversifizierung im alten Stil zurückkehrt und weit verzweigte Mischkonzerne wieder in Mode kommen - solche etwa, wie die Oetker-Gruppe, die Pizzen backt, Bier braut, ein Bankhaus besitzt und einer der größten Reeder in Deutschland ist.

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