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28.03.2006 
Interview mit Norbert Teufelberger, Betandwin

„Die Briten mit ihrer Erfahrung täten uns gut“

von Das Gespräch führte Thomas Knüwer

Das Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag entschieden, dass das staatliche Monopol auf Sportwetten grundsätzlich rechtens ist, der Gesetzgeber aber als Gegenleistung dafür sorgen muss, dass der Spielsucht Einhalt geboten wird. Das Handelsblatt sprach mit Norbert Teufelberger, dem Co-Chef des privaten Wettanbieters Betandwin, über die Auswirkungen der Karlsruher Entscheidung.

Herr Teufelberger, was bedeutet das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes für Betandwin?

Wir sehen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt, wenngleich das Urteil für uns keine unmittelbaren Auswirkungen hat, da wir mit einer Lizenz aus DDR-Zeiten agieren. Deren Zulässigkeit wurde vom Bundes-verfassungsgericht nicht bestritten. Natürlich hat die Entscheidung in Karlsruhe eine Signalwirkung für unsere Branche, die weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht. Der Gesetzgeber hat nun die Chance, einen großen Schritt in die richtige Richtung zu machen. Es ist wichtig, dass endlich klare rechtliche Rah-menbedingungen geschaffen werden. Was nun nicht passieren darf, ist ein weiteres lokales Durcheinander durch unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Bundesländern.

Wie wird sich der Markt in Deutschland denn weiter entwickeln?

Vorausgesetzt, das Monopol wird aufgegeben, womit zu rechnen ist, erwarte ich eine relativ schnelle Konsolidierung des deutschen Marktes. Die führenden Unternehmen, und das bedeutet vor allem die kapitalstarken Anbieter, werden sich durchsetzen, weil es ihnen leichter fallen sollte, das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen.

Internationale Anbieter behaupten, von heute auf morgen in Deutschland aktiv werden zu können, sollte dies rechtlich möglich sein. Glauben Sie an einen schnellen Markteintritt beispielsweise britischer Wettunternehmen?

Sobald es ein klares regulatives Umfeld gibt, werden neue Anbieter aus dem Ausland auf den deutschen Markt kommen. Dazu werden ganz sicher auch Unternehmen aus England gehören, die, vermute ich, vor allem akquisitorisch tätig sein werden. Unserer Branche kann das nur gut tun, weil die Briten mit ihrer langen Erfahrung zur weiteren Professionalisierung beitragen werden.

Im Juni steht die Fußball-WM an, zu der mit einem rasanten Wachstum von Sportwetten in Deutschland gerechnet wird.

Ich glaube nicht, dass nun eine Flut von neuen Wettannahmestellen eröffnet wird. Zumindest die seriösen Anbieter brauchen doch eine gewisse Vorlaufzeit.

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