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18.12.2007 
Neue Anforderungen für Controller

Die heimlichen Co-Piloten

von Chr. Lixenfeld

Mittlerweile sind die „Herren der Zahlen“ von Erbsenzählern zu meinungsstarken Kommunikatoren geworden: Von Controllern wird verlangt, ihre Chefs bei der Hand zu nehmen und sie so sicher wie möglich durch jene verwirrenden Zahlengebirge zu führen, die die IT-Systeme Tag für Tag auftürmen.

Wie Co-Piloten müssen Controller alle Instrumente im Blick haben und rechtzeitig vor Turbulenzen warnen. Foto: apLupe

Wie Co-Piloten müssen Controller alle Instrumente im Blick haben und rechtzeitig vor Turbulenzen warnen. Foto: ap

DÜSSELDORF. „Manager werden heute überschüttet mit Informationen. Wir müssen sie sortieren und die Zahlen dann vorstands- und kindergartengerecht aufbereiten.“ So sagt es ein Top-Controller aus einem Dax-30-Konzern. Das Zitat spricht Bände über das Selbstverständnis, dass die Experten heute haben: Controller sollen ihre Chefs bei der Hand nehmen und sie so sicher wie möglich durch jene verwirrenden Zahlengebirge führen, die die IT-Systeme des Unternehmen Tag für Tag auftürmen. Ihnen, den „Herren der Zahlen“ zu folgen, rechnet sich, so sind sie überzeugt. Denn, weiteres Zitat: „Controlling ist, aus Zahlen Geld zu machen.“

Welche Stellung das Controlling in deutschen Konzernen besitzt, hat Wirtschaftsprofessor Jürgen Weber von der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar untersucht. Sein Buch „Von Top-Controllern lernen“ ist soeben im Wiley Verlag erschienen. Dort gewähren die obersten Controller der Dax-Konzerne erstmals Einblicke in ihre Rollen – siehe obige Zitate. In Tiefeninterviews befragte Weber 26 von 30 Top-Steuerleuten der Dax-Firmen bzw. deren Stellvertreter zur Rolle des Controllings, zu ihrem Selbstverständnis und den Perspektiven ihres Berufsstandes.

Ein Fazit: Das Standing der Controller in den Konzernen hat sich deutlich verbessert. Denn die Zeiten, als sie hauptsächlich damit beschäftigt waren, „Zahlenfriedhöfe“ anzulegen, wie ein Dax-Controller selbstkritisch einräumt, sind passé. Weber: „Was der Controller heute leisten muss, ist, vorhandene Zahlen zu interpretieren, sich eine Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten.“ Und das am besten mit „liebenswürdiger Penetranz“, wie es Albrecht Deyhle von der Controller Akademie ausdrückt.


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„Controller kommen immer mehr in die Beraterrolle. Sie müssen dem Vorstandschef Sicherheit geben bei seinen Entscheidungen“, sagt Weber. Damit die Unternehmung nicht zum Blindflug wird. Der Controller als Co-Pilot und damit heimlicher zweiter Vorstandschef?

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Dax-Controller verstehen sich als kritischer Counterpart des Vorstands

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