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18.12.2007 

Öfter mal die Perspektive zu wechseln, ist für Controller extrem wichtig. Weber empfiehlt, zwischendurch einen operativen Posten in einer anderen Abteilung des Betriebs zu übernehmen. Denn schmoren Controller zu lange im eigenen Saft, laufen sie Gefahr, fachliche Scheuklappen zu bekommen und zu „notorischen Nörglern“ zu mutieren, warnt Weber. Und auf solche mag ohnehin keiner hören.

Hinzu kommt: „Immer nur andere zum Jagen zu tragen, macht nicht unbedingt Spaß“, sagt Controlling-Experte Weber. Irgendwann wolle und solle ein Controller auch selber mal den „Blattschuss“ anbringen. Selbst am Drücker sitzen wird demnächst beispielsweise Controlling-Experte Siegfried Gänßlen. Im Mai übernimmt er den Vorstandsvorsitz von Hansgrohe. Den Weg in den Vorstandsolymp schaffen allerdings die wenigsten Controller. In den meisten Unternehmen nimmt man sie immer noch primär als Zahlenspezialist und Budgetplaner wahr. Oft wird der Controller-Posten zur Endstation statt zum Karriere-Sprungbrett.

Während die Anforderungen an Controller stetig steigen, wird zugleich der qualifizierte Nachwuchs in den nächsten Jahren knapp. Hansgrohe hat sich bereits darauf eingestellt: Das Unternehmen bietet Diplomandenplätze an oder schickt Praktikanten schon mal für zehn Wochen nach China. „Der Krieg um die Talente ist voll entbrannt“, bestätigt Gänßlen, der deshalb persönlich Praxisseminare an der Universität hält.

Der Sanitärhersteller pickt sich gezielt die Leute mit Kommunikationstalent heraus. Gänßlen: „Wir sagen Bewerbern nach der ersten Runde schon mal, sie sollen für den nächsten Termin eine kleine Präsentation vorbereiten. ’Wrap it nicely’ – diese Fähigkeit ist für Controller heute sehr wichtig.“ Erbsen zählen längst die Computer, Aufgabe der Controller ist es, sie leicht verdaulich zu verpacken.

Und die Zukunft? Überflüssig wird die Berufsgruppe auf keinen Fall. Wie formulierte es einer der Chef-Controller eines Dax-Unternehmens: „Je komplexer die Welt umso wichtiger wird Controlling. Die Frage ist nur, wann der Zeitpunkt erreicht ist, wo auch wir nicht mehr helfen können.“

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