So sind die Arbeitgeberverbände längst dazu übergegangen, weibliche Führungskräfte in Seminaren für Aufsichtsratsposten fit zu machen. Zwei Millionen Euro jährlich lassen Wirtschaft und Regierung sich die Kurse kosten, an denen bereits 500 Frauen teilgenommen haben. „Unsere Mitglieder halten zwar nichts von der Quote, aber sie reagieren auf das Gesetz“, sagt Nina Solli, Gleichstellungsmanagerin beim Hauptverband der Norwegischen Wirtschaft (NHO), der 17 000 Unternehmen vertritt.
Allerdings räumt Solli ein, dass die Quote schon einiges bewegt habe. Noch 2005 habe der Frauenanteil in norwegischen Aufsichtsräten bei durchschnittlich 18,9 Prozent gelegen. Für Oktober 2007 hat der NHO einen Anteil von 34,1 Prozent errechnet. Die Frauen würden sich daranmachen, eigene Netzwerke zu bilden. „Und sie trauen sich endlich etwas zu“, sagt Solli.
Damit jedoch kann das vermeintlich starke Geschlecht nur schwer umgehen. Bei der Ombudsfrau für Gleichstellung, die Diskriminierung von Geschlechts wegen bekämpfen soll, sind Dutzende von Beschwerden eingegangen – geschrieben von Männern, die sich aus ihren Spitzenjobs verdrängt fühlen. „Die Männer sind verunsichert“, sagt Ombudsfrau Beate Gangas.
In Norwegen allerdings streiten die Regierungsmitglieder selbst darüber, ob sie im Januar tatsächlich Privateigentum auflösen sollen, falls Unternehmen die Quote verfehlen. Wirtschaftsminister Dag Terje Andersen beruhigt versöhnlich, dass es „erst mal nur Abmahnungen“ geben werde. Doch Gleichstellungsministerin Bekkemellem droht, die Regierung werde alle Instrumente nutzen, die das Gesetz zur Verfügung stelle. „Ich kann darin keinen Skandal erkennen“, sagt sie.
