Dass sich dieses neue Medium nicht nur dazu eignet, trendbeflissene Kids über Aktuelles auf dem Musikmarkt zu informieren, beweist T-Systems. Die Geschäftskunden-Schwester der Deutschen Telekom produziert verschiedene Podcasts zu komplexen Themen wie Datenmanagement oder Netzwerktechnik. Dabei bemüht sich das Unternehmen nicht darum, möglichst tief ins kleinste Detail hinabzutauchen, sondern einen leicht verdaulichen Einstieg in ein Fachthema zu liefern. „Wir wollen damit zum Beispiel den Geschäftsführer erreichen, der sich einen Überblick verschaffen will, aber keine Zeit hat, um dicke Broschüren zu lesen“, erzählt Ulrich Kemp, der bei T-Systems das Groß- und Mittelstandskundengeschäft verantwortet.
Kemp räumt ein, dass viele in der angestrebten Zielgruppe Management bisher noch gar nicht so genau wissen, was ein Podcast ist. Aber er scheut vor der Pionierarbeit keineswegs zurück. „Wenn wir für Geschäftskunden ein hochwertiges Angebot bereitstellen, dann steigt auch das Interesse für das Medium insgesamt“, erwartet Kemp.
Podcasts gelten als hip – auch bei denen, die ihre Funktionsweise nicht so genau erklären könnten. Und dieses positive Image soll abfärben auf die eigene Marke – auch das ist ein Grund für das Podcast-Engagement von T-Systems. Überfordern sollte man die Konsumenten der neuen Medien allerdings nicht, warnt Ulrich Kemp. „Komplizierte Zahlen gehören eher in Broschüren, weil sich die beim Hören sowieso niemand merkt.“
Diese Einschätzung teilt Bruno Wenzel, Rechenzentrumsleiter beim Standheizungshersteller Webasto. Als ihm ein Hörbuch zum Thema Outsourcing des IT-Dienstleisters TDS in die Hände fiel, war er begeistert. Das lag allerdings nicht nur an der Machart. Er war vor allem angetan davon, dass er sich so quasi nebenbei schlau machen konnte. „Einen Teil davon hab ich im Büro gehört und nebenbei am Computer Rechnungen kontrolliert.“
Klemens Kappe, dessen Agentur mit dem langen Namen Dieleutefürkommunikation Hörbücher für TDS, SAP, Itelligence und andere produziert, hält diese Nebenbei-Konzeption durchaus für typisch.
Deshalb rät er auch Unternehmen auch dringt davon ab, rein werbliche Inhalte zu vertonen: „Ich glaube nicht, dass sich irgend jemand im Auto unterwegs freiwillig eine klingende Imagebroschüre anhören würde.“
