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19.02.2007 
Sechs Fragen an: Claus Luttermann, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Eichstätt Ingolstadt

„Es geht um den Lebensnerv der Unternehmen“

von Die Fragen stellte Joachim Weber

Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert sich Professor Claus Luttermann zu den International Financial Reporting Standards (IFRS), deren Attraktivität für mittelständische Unternehmen sowie die angepeilte europaweite Harmonisierung.

Handelsblatt: Herr Luttermann, glauben Sie, dass die IFRS für kleine und mittlere Unternehmen in absehbarer Zeit geltendes Recht in Deutschland oder in der EU werden?

Luttermann: Glauben gehört einer höheren Instanz. Sachlich jedenfalls ergibt eine Rechtspflicht für den Jahresabschluss der Gesellschaften nach diesen Regeln keinen Sinn.

Warum?

Die IFRS taugen unter anderem nicht für Ausschüttungsbemessung im Jahresabschluss. Sie sind vom privaten Standardsetzer IASB dafür nicht gedacht. Unsere Rechtsordnung wäre daher vom Kapitalschutz der Gesellschaften bis zum Insolvenz- und Steuerrecht mit einem unsinnigen Systemwechsel konfrontiert.

Sind die nun erstmals ausformulierten "IFRS for SME" aus Ihrer Sicht für mittelständische Unternehmen attraktiv?

Die IFRS sollen Finanzinstituten, Ratingagenturen, Lieferanten ,nützliche Informationen für wirtschaftliche Entscheidungen? geben. Das ist keine Rechtsbasis. Börsenunabhängige, international tätige Unternehmer mögen Vorteile sehen. Sie könnten aber, auch fürs Image, gleich auf die vollen IFRS statt auf die abgespeckte Version umsteigen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Für den Jahresabschluss ist das Ganze wie gesagt unausgegoren"

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