Für Anbieter eine eher knifflige Aufgabe, denn anders als bei allen übrigen bislang untersuchten Warengruppen interessiert es Kunden kaum, wie das Tiefkühl- und Fertigkostsortiment von den Einzelhändlern zusammengestellt wird. Große Auswahl, umfangreiche Eigenmarken- oder ausgeklügelte Markenangebote sind den meisten Kunden laut Studienergebnis nahezu unwichtig.
Als Gründe vermutet Siemes: „Womöglich sind die Sorte und der Anbieter einer Tiefkühl-Pizza für den Kunden ziemlich egal, der hier vor allem ein Sonderangebot sucht. Oder er will beim schnellen Feierabendkauf seine Lieblings-Pizza nicht lange suchen müssen.“ Breite und tiefe Sortimente seien deshalb eher kontraproduktiv, weil der Käufer „seine“ Pizza dadurch nicht auf Anhieb findet.
Damit wird Tiefkühl-Fertigkost für innovationsfreudige Markenhersteller zu einem schwierigen Terrain. Das merkte offenbar auch der Markenhersteller Unilever und verkaufte den Großteil seiner Tiefkühlsparte Iglo im August 2006 an den Finanzinvestor Permira.
Doch auch die Handelsketten mühen sich mit dem Sortiment. Der Supermarktbetreiber Rewe kommt bei seinen eigenen Stammkunden gerade einmal auf eine Gesamtnote von 3,0 – dem bislang schlechtesten Ergebnis seiner Sortimentsbewertungen. Aber auch die Wettbewerber schwächeln. So reicht bereits die Note 2,4 den Kaufland-Verbrauchermärkten für den Spitzenplatz. Hier sind es aus Kundensicht die „häufig attraktiven Sonderangebote“, die das Neckarsulmer Unternehmen auf Platz eins bringen.
Aldi (Gesamtnote 2,5), kann hier nicht ganz mithalten, besitzt aber mit seinem Sortiment Fertiggerichte die meisten Stammkunden. „Das Profilierungspotenzial dieser zukunftsträchtigen Warengruppe wird von Handel und Herstellern nicht vollständig genutzt“, warnt Marktforscher Gabersek. „Letztlich profitiert davon der Discount.“
