0 Bewertungen
10.01.2008 

Für Anbieter eine eher knifflige Aufgabe, denn anders als bei allen übrigen bislang untersuchten Warengruppen interessiert es Kunden kaum, wie das Tiefkühl- und Fertigkostsortiment von den Einzelhändlern zusammengestellt wird. Große Auswahl, umfangreiche Eigenmarken- oder ausgeklügelte Markenangebote sind den meisten Kunden laut Studienergebnis nahezu unwichtig.

Als Gründe vermutet Siemes: „Womöglich sind die Sorte und der Anbieter einer Tiefkühl-Pizza für den Kunden ziemlich egal, der hier vor allem ein Sonderangebot sucht. Oder er will beim schnellen Feierabendkauf seine Lieblings-Pizza nicht lange suchen müssen.“ Breite und tiefe Sortimente seien deshalb eher kontraproduktiv, weil der Käufer „seine“ Pizza dadurch nicht auf Anhieb findet.

Damit wird Tiefkühl-Fertigkost für innovationsfreudige Markenhersteller zu einem schwierigen Terrain. Das merkte offenbar auch der Markenhersteller Unilever und verkaufte den Großteil seiner Tiefkühlsparte Iglo im August 2006 an den Finanzinvestor Permira.

Doch auch die Handelsketten mühen sich mit dem Sortiment. Der Supermarktbetreiber Rewe kommt bei seinen eigenen Stammkunden gerade einmal auf eine Gesamtnote von 3,0 – dem bislang schlechtesten Ergebnis seiner Sortimentsbewertungen. Aber auch die Wettbewerber schwächeln. So reicht bereits die Note 2,4 den Kaufland-Verbrauchermärkten für den Spitzenplatz. Hier sind es aus Kundensicht die „häufig attraktiven Sonderangebote“, die das Neckarsulmer Unternehmen auf Platz eins bringen.

Aldi (Gesamtnote 2,5), kann hier nicht ganz mithalten, besitzt aber mit seinem Sortiment Fertiggerichte die meisten Stammkunden. „Das Profilierungspotenzial dieser zukunftsträchtigen Warengruppe wird von Handel und Herstellern nicht vollständig genutzt“, warnt Marktforscher Gabersek. „Letztlich profitiert davon der Discount.“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Credit Suisse: Gemeinsam abwärts  Artikel in Merkliste

04.12.2008, 08:51 Uhr von Torsten Riecke

Lange Zeit konnte sich die Credit Suisse hinter den Problemen ihrer großen Rivalin UBS verstecken. Das ist jetzt vorbei. Nach einem erneuten Verlust von drei Milliarden Franken und dem massiven Abbau von 5 300 Arbeitsplätzen steht die Nummer zwei der Schweiz plötzlich im Zentrum der Finanz- und Wirtschaftskrise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Käufer suchen  Artikel in Merkliste

04.12.2008, 05:21 Uhr von Joachim Hofer

Das ganze Debakel zeigt: Infineon ist auf eigenen Beinen nicht überlebensfähig. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Vorstandsbezüge: Quiz: Was Dax-Manager verdienen

Los geht's!Über Ihre Gehälter wird derzeit viel diskutiert. Deutsche-Bank-Chef Ackermann verzichtet 2008 nun auf jegliche Boni. Aber was verdienen die Chefs der Dax-Unternehmen überhaupt?
Testen Sie Ihren Realitätssinn!
Anzeige