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02.07.2008 

Aktuelles Beispiel für dieses Vorgehen ist Siemens. Der Konzern hat vergangene Woche den Abbau von mehr als 17 000 Stellen weltweit angekündigt, ohne Details zu nennen. Der Konzern müsse wettbewerbsfähiger werden, schrieb Konzernchef Peter Löscher in einem Brief an die Mitarbeiter. „Das ist gerade jetzt umso wichtiger, als auch die Risiken für die Weltwirtschaft durch hohe Rohstoff- und Energiepreise und die Finanzmarktkrise in den USA größer geworden sind.“

Besonderen Fokus auf Kostensenkungen legen derzeit in Deutschland die Branchen Automobil, Energie, Maschinenbau und Bau, zeigt die Umfrage. In der Pharmaindustrie hingehen steht die Beschleunigung des Wachstums im Vordergrund.

Experten erwarten allerdings nicht, dass es bei der anstehenden Restrukturierung vorwiegend um einen weiteren personellen Kahlschlag in den Firmen geht. Die Themen sind stattdessen: Verbesserung des weltweiten Einkaufs von Rohstoffen, Ersatz bisher verwendeter Rohstoffe und Veränderung der Wertschöpfungsstruktur. Um diese Ziele zu erreichen, würden Unternehmen auch wieder verstärkt auf Übernahmen und Partnerschaften mit anderen Firmen setzen, erwartet Rigall.

Diesen Trend signalisiert der Handelsblatt Business-Monitor International sehr deutlich. Übernahmen und Fusion gehören für 37 Prozent der befragten deutschen Top-Manager zu den wichtigsten Mitteln für stärkeres Wachstum. Der Wert lag deutlich höher als bei der Befragung im Juni 2007, als 28 Prozent der Befragten Mergers & Acquisitions (M&A) als wichtigste Wachstumsstrategie einstuften. Auch die Bereitschaft zu mehr Partnerschaften und Allianzen ist deutlich gestiegen.

Ein Grund dafür ist, dass Schnelligkeit gefragt ist, wenn Unternehmen neue Märkte und Regionen erobert wollen. Die Kassen vieler Firmen sind nach mehreren gewinnträchtigen Jahren gut gefüllt, zugleich sinken die Übernahmepreise – unter anderem, weil sich die Private-Equity-Fonds zurückhalten. Übernahmewillig zeigten sich in der Umfrage die Branchen Telekommunikation und Medien, Pharma, Energie und Automobil.

Die Richtung der Expansion ist eindeutig. Wie der Business-Monitor zeigt, steht für die deutschen Unternehmen der Ausbau der Position im Ausland im Vordergrund. Der attraktivste Weg für schnelleres Wachstum ist aus Sicht der meisten europäischen Top-Manager aber nicht M&A, sondern sind mehr Produkt- und Serviceinnovationen (siehe Grafik).

Ob die Strategie gut gewählt und formuliert ist, entscheidet aber letztlich nicht über den Erfolg. Offensichtlich haben europäische Unternehmen noch immer große Probleme dabei, ihre Strategien umzusetzen. Seit vielen Jahren basteln sie an den sogenannten strategiefokussierten Organisationen, verschlanken ihre Verwaltung, bauen Vertrieb und Personalmanagement aus.

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