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13.03.2008 
Management-Autoren

Führung mit Kickern und Kamasutra

von David Selbach, Bert Fröndhoff und Anja Müller

Nicht selten greifen Management-Autoren auf Fallbeispiele aus dem Spitzensport zurück. Nun kommen im Euopameisterschaftsjahr 2008 gleich mehrere Führungsratgeber heraus, die anhand von Fußballmetaphern erklären, was gutes Management ausmacht. Von Fußball bis Kamasutra – ein Streifzug durch das Frühjahrsprogramm der Verlage.

Häufig greifen Management-Ratgeber auf Fallbeispiele aus der Fußball-Rhetorik zurück. Foto: dpaLupe

Häufig greifen Management-Ratgeber auf Fallbeispiele aus der Fußball-Rhetorik zurück. Foto: dpa

KÖLN. Als er seinen Managerjob antrat, befand sich die Firma in miserabler Verfassung: die Imagewerte im Keller, die Konkurrenz davongezogen, das Team demotiviert. Also ließ er keinen Stein auf dem anderen. Er installierte eine neue Führung, scharte gegen den Widerstand der Shareholder einen Kreis von Fachleuten um sich und besetzte wichtige Posten mit jungen Talenten. Er entwickelte eine strahlende Vision und schwor alle darauf ein. Und tatsächlich: Die Mischung zündete, nach zwei Jahren hatte er sich wieder Platz drei auf dem Weltmarkt erkämpft.

Das Unternehmen ist der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der Manager heißt Jürgen Klinsmann. Im Märchen-Sommer 2006 hat er Fußball-Deutschland zur Weltmeisterschaft im eigenen Land den Stolz auf die Nationalmannschaft zurückgegeben.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Managementautoren seine Erfolgsgeschichte als Blaupause für Führungsratgeber übernehmen würden. Jetzt ist es so weit: Gleich mehrere Ratgeber kommen im Europameisterschaftsjahr 2008 in die Buchhandlungen, die anhand des Spitzensports zu erklären versuchen, was gutes Management ausmacht.

Dass Klinsmann als leuchtendes Beispiel herhalten muss, wundert nicht. Schließlich hat sich dessen Trainingsstil eng an modernen Managementtechniken orientiert. Die beiden St. Gallener Management-Forscher Wolfgang Jenewein und Marcus Heidbrink bescheinigen dem Ex-Fußballer einen „transformationalen Führungsstil“ – aus ihrer Sicht ein Schlüssel zum Erfolg. Von Anfang an machte Klinsmann klar, dass er den DFB und die Nationalmannschaft würde verändern müssen, um erfolgreich zu sein.

Jenewein und Heidbrink untersuchen, wie man ein Top-Team zusammenstellt, Aufgaben verteilt und realistische Ziele steckt. Nicht nur die DFB-Elf dient als Studienobjekt, sondern auch das Americas-Cup-Team von Alinghi, das 2003 als Außenseiter die Segelregatta gewann. Aus vielen Anekdoten und Sportlerinterviews schälen die Autoren Erfolgsfaktoren heraus: eine tragfähige Mission muss her, bei der Auswahl des Personals zählt ohne Wenn und Aber, dass nur die Besten ins Team dürfen. Auch die Frage, wer welche Aufgabe übernimmt, soll ausschließlich von der Kompetenz abhängen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mehr Fußball als Führung – das Ausquetschen der Fußballmetaphern

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