Als sogenannter Managementguru gehört Gary Hamel einer Spezies an, die ein wenig an Ruhm verloren hat: Es fehlt an einer grundlegend neuen Idee im Management, die sich als großes globales Thema eignet und für einen Megatrend steht. Outsourcing erfüllte diese Funktion einst, ebenso das Konzept des Kerngeschäfts. Hamel hat in den 1990er-Jahren mit dem US-Managementprofessor C. K. Prahalad einen solchen Trend gesetzt – beide erklärten die Überlegenheit mancher Firmen mit deren „Kernkompetenz“.
Nun setzt der bekannte Strategiedenker Hamel zu einem neuen Vorstoß an. Im neuen Buch mit dem provokanten Titel „Das Ende des Managements“ folgt Hamel seinem grundlegenden Antrieb, der auf der Beobachtung beruht, Manager beschäftigten sich zu sehr mit der Gegenwart und Vergangenheit und zu wenig mit dem, was kommt.
Während sich die Welt, die Technik, die Kunden in den vergangenen Jahren drastisch verändert hätten, verharrten die Managementmethoden in der Steinzeit, schimpft Hamel. Budgetplanung, Hierarchien, Autorität, festgezurrte Jobprofile, in Stein gemeißelte Arbeitsabläufe – darüber lässt sich Hamel aus und prognostiziert dieser Art des Managements das Schicksal der Dinosaurier. Der Wandel in der Welt sei so rasant geworden, das die meisten Firmen mit der Veränderung ihrer Geschäftsmodelle kaum nachkämen. Hamel spürt gar eine „Epidemie der Senilität“.
Die Medizin gegen die Trägheit ist laut Hamel eine flexible Organisation, die zur ständigen Erneuerung fähig ist, ohne dazu gezwungen zu werden. Die, statt zu kontrollieren, den Mitarbeitern größtmögliche Freiheit bietet. Als Beispiele dafür nennt Hamel die üblichen Verdächtigen: Google und Toyota natürlich. Mit dem Buch bleibt sich Hamel treu: Er ruft in vergnüglichem Stil wieder einmal die „Revolution im Management“ aus. Seine Beobachtungen sind gut und richtig, aber man hat sie an anderer Stelle und vor ein paar Jahren schon einmal gehört.
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