Auch bei anderen Beratern tut sich einiges. Mit McKinsey, der Boston Consulting Group und Booz Allen Hamilton haben im Laufe eines Jahres gleich drei der größten Berater ihre deutsche Führungsspitze ausgewechselt. Nur bei Booz Allen war es turnusmäßig. Ist man mit dem deutschen Geschäft der anderen beiden unzufrieden?
Auf keinen Fall. Bei allen drei Beratern läuft das deutsche Geschäft ganz vorzüglich. McKinsey wird sich vermutlich wieder etwas stärker aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Bei der Boston Consulting Group hingegen rechnen viele damit, dass das Auftreten am Markt in Zukunft deutlich offensiver wird. Das Vorbild könnte das Beratungsgeschäft bei Banken und Versicherungen sein, wo die Boston Consulting Group in den letzten Jahren McKinsey ganz massiv angegriffen hat.
Was wird künftig neben der Internationalisierung die größte Herausforderung für die großen Berater sein?
Es mag wie eine Platitude klingen, aber für die großen Berater wird es in Zukunft vor allem wieder darum gehen, auf der Rekrutierungsseite die besten Nachwuchskräfte für sich zu gewinnen. Die Personalpolitik der Berater muss sich allerdings auch an anderer Stelle sehr bemühen: Anders als man denkt, haben viele Berater ein großes Defizit im Umgang mit ihren Ehemaligen, den so genannten Alumnis. Hier liegt für viele ein erhebliches Potenzial, das längst nicht ausgeschöpft ist.
Dietmar Fink ist Professor für Unternehmensberatung und Chef der deutschen Gesellschaft für Managementforschung. Zuvor war er selbst 10 Jahre lang Unternehmensberater.
