0 Bewertungen
25.04.2008 

Mit einem vorbildlichen Jobportal kann Autobauer VW aufwarten. Denn die umfassenden Inhalte gehen über reine Karriere-Informationen weit hinaus. Im aktuellen Ranking der 164 größten und beliebtesten deutschen Arbeitgeber belegte VW Platz eins (siehe Grafik). Die Analyse "Human Resources im Internet" der FH Wiesbaden liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Zum sechsten Mal seit dem Jahr 2000 ließ Medienexperte Jäger die Personal-Websites aus Nutzersicht untersuchen. 80 Kriterien aus den Bereichen Interaktivität, Information, Navigation, Zugang und funktionales Design flossen in die Wertung ein.

Auffällig: Die Branchen schneiden am besten ab, die unter hohem Wettbewerbsdruck stehen und viele Nachwuchskräfte wie Ingenieure, IT-Fachleute oder Berater suchen. Firmen, die im Ranking nicht unter die ersten 80 kommen, haben dagegen ein deutliches Vermittlungsproblem in mehr als einem Feld, sagt Jäger. "Deren Seiten verlieren dramatisch an Informationsbreite und Interaktivität."


Tabelle  Infokasten: Talentfischer - Die 30 besten Karriere-Websites deutscher Unternehmen


Anders BMW auf Platz zwei des Rankings: Die Website, die sowohl umfangreiche Informationen als auch ein hervorragendes Bewerbungsmodul bietet, ist vorbildlich gestaltet, resümiert die Studie. Bayer auf Platz drei überzeugte mit lebendiger und multimedialer Aufbereitung der Inhalte. Multimedia und Interaktivität sind derzeit en vogue.

Arbeitgeber, die sich ein betont modernes Image geben wollen, schmücken sich mit Podcasts, Videocasts, Chatrooms oder Blogs. "20 Prozent der untersuchten Firmen haben Podcasts auf ihrem Jobportal", berichtet Jäger. Wichtig dabei - die richtige Mischung aus authentisch und professionell. "Podcasts müssen mehr sein als ein vertontes Vorstandsschreiben", sagt Jäger. Blogs finden sich inzwischen auf etwa 15 Prozent der Internetseiten. Als Vorreiter gilt hier der Ausbildungsblog.de des Automatisierungsunternehmens Festo.

Testsieger Volkswagen dagegen verzichtet auf Podcasts und Blogs. "Diese Kommunikationskanäle sind derzeit noch nicht unbedingt zielführend", ist Möller-Beick überzeugt. Auch Lisa Behrendt, Beraterin für Online-Rekrutierung bei Terra Personalmarketing, hält nichts von zu viel Schnickschnack: "Die Seite sollte nicht überwältigen, sondern überzeugen." Die Agentur für Personalkommunikation, eine Tochter des Beratungshauses Kienbaum, konzipiert Karriere-Seiten etwa für Voith und Heraeus.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Der Arbeitnehmer als Kunde

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Bitterer Beigeschmack  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Thomas Wiede

Das Schlimmste scheint überstanden zu sein: BP hat sich mit seinen russischen Partner darauf verständigt, wie es beim umkämpften Ölkonzern TNK-BP weiter gehen soll. Als Sieger dürfen sich bei dem Kompromiss, den die beiden zerstrittenen Partnern bekanntgegeben haben, die Russen fühlen. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Die nächste Revolution  Artikel in Merkliste

04.09.2008 von Siegfried Grass

Die Ernährungsprobleme der Menschhheit lassen sich lösen - vorausgesetzt, die Agrarbiotechnologie bekommt eine Chance. Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Werbesprüche-Quiz: Auf Kundenfang mit dem Wir-Gefühl

Los geht's!Seit 1990 ist „Wir“ das wichtigste Wort in der Werbesprache. Wissen Sie, wer noch mit dem Sinn für Gemeinschaft auf Kundenfang geht?
Testen Sie Ihr Wissen!
Anzeige