In den nächsten zehn Jahren werden die Zeiten nicht sicherer: Protektionismus, Klimawandel und Ölpreis gehören zu den größten Risiken für Unternehmen, zeigt eine Umfrage unter weltweit 600 Managern. Risikomanagement wird zum strategischen Instrument.
Es liegt schon ein wenig länger in der Luft, spätestens im Oktober vergangenen Jahres offenbarte sich, dass aus der Immobilienkrise in den USA eine weltweite Finanzkrise werden könnte. Es ist nicht das einzige Risiko: Mancher Staatschef spielt derzeit die protektionistische Karte, zudem steigen die Preise für Öl und weitere wichtige Rohstoffe kräftig.
All dies bringt Manager ins Grübeln: Wie sehr kann sich mein Unternehmen, wie sehr kann sich meine Region diesen Problemen in den nächsten zehn Jahren entziehen? Wie ist mein Unternehmen, meine Branche, mein Land auf langfristige Herausforderungen wie den Klimawandel vorbereitet?
Genau diesen Fragen stellten sich weltweit rund 600 Führungskräfte bei einer Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von BT Global Services („Risk 2018: Planning for an unpredictable decade“). Das Ergebnis: Die Sorge vor einem Erstarken des Protektionismus wächst besonders. Die Entscheider fürchten dadurch einen Rückschlag in der Globalisierung. Und: Sie fühlen sich schlecht auf dieses Problem vorbereitet.
Dennoch geben sich die Befragten trotz der anhaltenden Finanzkrise optimistisch. Mehr als die Hälfte blickt zuversichtlich in die Zukunft. Weniger als zehn Prozent fehlt das Vertrauen in die globale Wirtschaft und ins eigene Unternehmen.Daneben halten Vorstände und Abteilungsleiter vor allem einen Ölpreisschock und einen Zusammenbruch des Anlagemarktes für recht wahrscheinlich. Auch für die Herausforderungen des demografischen und des Klimawandels sehen sich viele schlecht gerüstet.
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Die Folge: Zwei Drittel der Befragten glauben, dass Risiko-Management als strategisches Instrument immer wichtiger wird. Und, dass sich die Vorstandsetage selbst mit diesem Thema befassen sollte (58 Prozent). Unter dem Motto komplexe Probleme brauchen komplexe Lösungen sehen viele Top-Manager gerade in der Planung von Zukunftsszenarien ein wichtiges Instrument des Risikomanagements. 26 Prozent nutzen die Szenarioplanung regelmäßig, 40 Prozent, wenn die Situation es erfordert.
Solche Techniken helfen den Entscheidern die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Risikokategorien zu erkennen. Die Studie zeigt darüber hinaus, dass die Unternehmen sich durch bereits bestehende Risikoplanungen für Betriebsausfälle etc. gut auf technische Probleme vorbereitet haben. Bei den globalen Herausforderungen aber, wie dem Klima- und demografischen Wandel sowie der Terrorgefahr, tun sie sich schwer mit einer Risikoanalyse.
Das EIU empfiehlt, Risikomanagement zu einem festen Bestandteil einer längerfristigen Unternehmensplanung zu entwickeln, auch wenn eine gute Zukunftsplanung heute noch schwieriger sei als vor zehn Jahren. Denn eine gute Vorbereitung könne so manches Problem ein wenig abfedern, gerade wenn globale Trends jedes Unternehmen erfassen.
