Für den Discounter Lidl wird es immer schwieriger, Hochschulabsolventen für das Management zu gewinnen. Deswegen steuert der Handelsriese nun um und will selbst Hauptschulabgängern Karrierechancen eröffnen, die über Jobs in den Filialen hinausreichen.
HB NECKARSULM. Wie das „Manager-Magazin“ berichtet, hat der Aufsichtsratschef von Lidl & Schwarz, Klaus Gehrig, eingeräumt, dass das Unternehmen personelle Sorgen plagen. „Wir müssen die Mitarbeiter länger an uns binden“, wird Gehrig von dem Magazin zitiert. Deswegen habe der Konzern erstmals einen Geschäftsführer für Personal und Soziales berufen, der auch Hauptschülern den Weg ins Management ermöglichen soll. Jürgen Kisseberth sei seit Anfang des Jahres für diesen Bereich verantwortlich.
Der „Spiegel“ hatte erst im Oktober 2006 berichtet, Lidl locke Hochschulabsolventen mit hohen Startgehältern und der Aussicht auf schnelle Karriere. Wegen einer enormen Arbeitsbelastung von bis zu 70 Stunden pro Woche würden viele der Jungmanager aber bald wieder abspringen. „Ausgequetscht wie eine Zitrone“ habe er sich nach zwei Jahren bei Lidl gefühlt, zitierte der „Spiegel“ einen ehemaligen Lidl-Verkaufsleiter.
