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24.04.2008 

Noch lässt er offen, ob er etwas, und wenn ja, was er an diesem BBDO-Gefüge ändern will. Klar ist aber, dass „jede Spezialagentur unter den ersten dreien in ihrem Segment sein soll oder eine Chance haben muss, dorthin zu gelangen“. Hildmann wird nicht lange untätig zugucken. Er gilt als Macher. Gegen den Vorwurf einiger Kollegen, er würde Entscheidungen alleine fällen, protestiert er jedoch lautstark. Und räumt im nächsten Moment sogleich ein: „Nun, wenn es mit der Betonung auf ,fällen’ gemeint ist – einer muss ja irgendwann entscheiden.“

Die Nachricht von Hildmanns Comeback hatte vor einigen Monaten für große Überraschung gesorgt, löste er doch den fast 20 Jahre jüngeren Klaus-Peter Schulz ab. Ein Generationswechsel in umgekehrter Richtung. Doch in der Branche genießt Hildmann Respekt. „Es gibt kaum einen Agenturmanager, der so straight, so geradeheraus ist wie er“, sagt beispielsweise Werber Claus Mayer, der in den 90er-Jahren seine Münchener Direktmarketingagentur HM1 an BBDO verkauft hatte. „Man kann sich auf sein Wort verlassen, da braucht man nichts Schriftliches.“

Auch viele Kunden mögen die distinguierte Art Hildmanns. Einen besonders engen Draht, so erzählen BBDO-Insider, pflege er beispielsweise zur Oetker-Familie. Dieses Privileg habe Vorgänger Schulz nicht besessen, heißt es. Die Verbundenheit ist beidseitig: Redet Hildmann über Markenführung, so kommt er schnell auf Dr. Oetker zu sprechen. „Da sitzen Leute, die etwas von Markenführung verstehen“, lobt er enthusiastisch. In vielen anderen Unternehmen sei dies heutzutage allerdings nicht mehr der Fall, kritisiert er. „Kunden und Agenturen müssen gemeinsam wieder den Mut finden, innovative Wege in der Markenführung zu gehen und Entscheidungen zu treffen, anstatt sie an die Marktforschung zu delegieren.“

Der BBDO-Chef will diesen Missstand beseitigen. Und im eigenen Unternehmen anfangen: Zunächst will er all jene Agenturmitarbeiter, die seiner Ansicht nach etwas von Markenführung verstehen, ausfindig machen. „Da gibt es nicht viele Menschen“, weiß er bereits. Designer Claus Koch und BBDO Consulting-Chef Udo Klein-Bölting sind aber immerhin zwei Namen, die er sich bereits notiert hat. Im zweiten Schritt sollen die ausgewählten Markenmacher innerhalb der Kommunikationsagentur mehr Einfluss erhalten.

Dass sein eigener Einfluss in der Agentur in Anbetracht seines fortgeschrittenen Alters von vornherein begrenzt ist, streitet er entscheiden ab. „Das ist nicht unsere Vereinbarung“, sagt er und meint seine Übereinkunft mit den Omnicom-Partnern, die ihn auf diesen Posten gelockt hatten, damit er wieder für Ruhe sorgt.

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