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14.04.2008 

Wer dachte, er bekäme einen Einblick in die Verhandlungstaktik Sommers, damals im Sommer 2000, der irrte. Wenn Richter Dittrich eine Frage der Klägeranwälte trotz Widerstand der Verteidigung zulässt, antwortet Sommer in der Regel: "Daran erinnere ich mich nicht mehr."

Dabei hat er wohl vorher alte Akten gewälzt: "Ich bereite mich intensiv auf solche Termine vor." Früher übte er für wichtige Auftritte sogar tagelang - so gut, dass er etwa in Fernsehsendungen ein mediales Tribunal problemlos umdrehte und eine Lehrstunde seiner unternehmenspolitischen Visionen daraus machte.

In Bornheim erteilt Sommer ebenfalls eine Lehrstunde - über die Arbeit eines Vorstandsvorsitzenden. Eines der Prinzipien: Man kümmert sich nicht allzu sehr um Details. "Das war nicht meine Aufgabe, mich um die Technikalien zu kümmern. Dann wäre ich am falschen Platze."

Da die Kläger aber Details erfahren wollen, haben ihre Anwälte beantragt, weitere Zeugen zu laden - darunter Max Hirschberger, Sommers Rechtsbeistand, und John Stanton, den ehemaligen Voicestream-Chef.

Sommer jedoch bleibt bis zum Schluss dabei: "Voicestream hat erst nach dem Börsengang mehr Wichtigkeit gewonnen." Und er bleibt auch dabei: Es war eine gute Entscheidung, Voicestream zu übernehmen. "Die Zahlen heute bestätigen uns."

Was er nicht sagt: Die Übernahme geriet damals zu einem Abenteuer. Weil die Telekom mehrheitlich in staatlicher Hand war, flammte in den USA massiver politischer Widerstand auf. Die Dinge liefen nicht nach Plan. Dann stiegen die Schulden, auch durch den Voicestream-Deal, der erst im Sommer 2001 besiegelt wurde. Die T-Aktie sank und sank. Die schlechte Branchenkonjunktur tat ein Übriges, Sommers Pläne zu vereiteln.

Der Kauf der US-Mobilfunkgesellschaft hatte den Telekom-Chef so unter Druck gesetzt, dass ein Buch des Medienwissenschaftlers Peter Glotz über Sommer erst im Herbst 2001 und damit einige Monate später erschien, weil der Verleger glaubte, der Porträtierte überstehe den Sommer nicht.

Doch diesen Sommer überstand Ron Sommer noch. Erst im Juli 2002 trat er zurück.

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